Reisen: Wir sind jung und haben kein Geld

Aug 14th, 2012 | By | Category: Jugend, Reise

Die Freunde sind im Urlaub, eine Postkarte von ihnen liegt im Briefkasten und Zoff mit den Eltern droht. Nichts wie weg! Das Problem ist die Kombination aus „kein Geld“ und „spät dran“. Im Folgenden einige Möglichkeiten, auch auf den letzten Drücker noch günstig verreisen zu können.

Gehen wir von folgenden Fakten aus: Zwischen 50 und 150 Euro stehen zur Verfügung, Zeit ist reichlich vorhanden und eventuell finden sich im Freundeskreis auch noch ein paar Daheimgebliebene, die urplötzlich doch noch Reiselust bekommen haben. Der erste Geistesblitz leuchtet den Weg in Richtung Reisebüro. Oder wenigstens zum Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldet sich Martina Clarke von „Mast Reisen“ in Schongau.

Angesichts des knappen Budgets in Verbindung mit der aktuellen Hauptsaison macht sie zunächst wenig Hoffnung: Der klassische Last-Minute-Trip wird schwierig oder ist zu teuer: „Angebote werden tagesaktuell bekannt gegeben – zwischen 50 und 100 Euro können wir hier im Reisebüro aber wahrscheinlich nichts anbieten.“ Die Reise-Expertin hat aber einen Rat: „Was ginge, ist, sich zu mehreren eine Ferienwohnung zu nehmen“. So könne das Budget tatsächlich reichen, „wenn sich ungefähr sechs Leute zusammentun und selbst mit dem Auto fahren können“. Italien, insbesondere die Region Gardasee, oder Bodensee seien dafür gute Ziele, Alternativen könnten Mobil-Heime auf Campingplätzen oder Jugendherbergen sein.

Und tatsächlich: Auf der Homepage des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH, www.jugendherberge.de) findet sich eine große Auswahl nationaler und internationaler Übernachtungsmöglichkeiten, für die je nach Ausstattung zwischen acht und 30 Euro fällig werden. Dafür ist jedoch eine DJH-Mitgliedschaft erforderlich, die für unter 26-Jährige mit 12,50 Euro jährlich zu Buche schlägt. Über das Portal lässt sich bequem der Kontakt zu den einzelnen Jugendherbergen in aller Welt herstellen. Eine Auf-gut-Glück-Suche ergab ein freies Bett im südspanischen Algeciras für 8 Euro die Nacht.

Die Frage ist: Wie kommt man da hin? Eine unabhängige Mitfahrzentrale (www.mitfahrgelegenheit.de) vermittelt übers Internet kostenlos Autoreisende zueinander. Das bedeutet, dass ein Fahrer seine Autofahrt unter der Angabe von Start- und Zielort online stellt und auf diesem Weg Mitfahrer sucht. Diese können sich per E-Mail oder Telefon bei ihm melden und die komplette Etappe oder einen Teil davon mitfahren. Dafür wird meist ein Benzingeld verlangt, manchmal ist ein Festpreis, manchmal eine Verhandlungsbasis angegeben. Wer da noch eine Thermoskanne Kaffee mit ins Auto bringt, hat das Prinzip der geteilten Autoreise mit Wildfremden verstanden: Hier geht es nur sekundär ums Geldsparen: häuptsächlich ist diese Art zu Reisen für extrovertierte Leute ein Tipp, die ungern allein unterwegs sind und kein Problem damit haben, jemanden völlig Unbekannten kennenzulernen. Wem das zu freaky ist, sei der Weg zum Bahnhof empfohlen.

Bei der Pressestelle der Deutschen Bahn verweist man dezent auf das Angebot im Internet: www.diebahn.de. Darauf finden sich jede Menge aktueller Angebote, die wenigsten sind jedoch exklusiv für Jugendliche oder Schüler zugeschnitten: So fährt die Bahn zum Beispiel ab 39 Euro (Europa-Ticket) in ausgewählte europäische Städte, für 49 Euro (je nach Verfügbarkeit und bei drei Tagen Vorlauf) sogar nach London. Und wer ganz genau suchet, der findet doch noch etwas Exklusives für unter 26-Jährige: Schüler und Studenten fahren nach Vorlage des jeweiligen Ausweises durch sieben Bundesländer für 43 Euro. Der Vorteil von weiteren Reisen: Im Zug lässt sich bequem die Nacht verbringen; die Kosten für eine Unterkunft lassen sich so also sparen.

Wer die Übernachtung auf einer fremden Couch nicht scheut, aber auch wenig investieren will, ist auf www.couchsurfing.de, gut aufgehoben. Der Internetdienst möchte nach eigenen Angaben mit der Vermittlung von kostenlosen Schlafplätzen auf der Basis von Gegenseitigkeit zu einer besseren Welt beitragen. Als Dankeschön kocht der Gast etwas für den Gastgeben, saugt Staub oder lädt ihn auf ein Bier in dessen Stammkneipe ein. Diese Art der Übernachtung hat eben auch wieder den Vorteil, dass Reisen nicht nur den Horizont, sondern unter Umständen auch den Freundeskreis erweitert.

Und wem das alles zu teuer oder aufwändig ist, der kann ja immer noch mit Fahrrad, Zelt und Rucksack die eigene Heimat erkunden. Doch Vorsicht: Wiesen gehören meistens jemandem. Deswegen empfiehlt Michael Bayerlein von der Polizeiinspektion Weilheim, immer erst beim Bauern nachzufragen. In Naturschutzgebieten sei Zelten grundsätzlich verboten, besondere Vorsicht gelte auch beim Grillen: „Laut bayerischem Waldgesetz ist Rauchen oder Feuermachen im Wald und bis zu 50 Meter davon entfernt verboten.“

Text: Christoph Ulrich, in gekürzter Version erschienen auf der Jugendseite im Weilheimer Tagblatt, Penzberger Merkur und den Schongauer Nachrichten.

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12 Comments to “Reisen: Wir sind jung und haben kein Geld”

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