ZZ Top: A Tribute From Friends

Mrz 4th, 2012 | By | Category: Musik

Wie groß muss man sich die Freude großer Jungs wie Mick Fleetwood oder Steven Tyler vorstellen, wenn das Telefon klingelt und am anderen Ende eine Stimme in breitem texanischen Akzent brummelnd eine Einladung ins Studio ausspricht. Man wird die Vorstellung nicht los, dass Tyler, Fleetwood, Johnny Lang, die bösen Buben von Mastodon oder Ex-Gunners-Bassist Duff McKagan wie die kleinen Buben durch die Bude tollen. Wann wird man schon mal gebeten, die dick groovendsten Dreiakkordenummern der Bluesrock-Geschichte neu aufzunehmen.

ZZ-Top haben sich zum 40-jährigen Bandjubiläum ein Denkmal setzen lassen. Und zwar stilecht ein akustisches: Ein Tribut-Album von allen ihren Freunden. Und man wundert sich ein bisschen, wen die drei Bluesrock-Zausel so alles kennen: Von Wyclef Jean über Mastodon (!) bis zu den unsäglichen Nickelback reicht die Palette und auch Filter dürfen Dreiakkordebluesrock industrialisieren. Wenig verwunderlich ist, dass Billy Gibbons, Frank Beard und Dusty Hill die Hammondorgel-Grazia Grace Potter und ihre Nocturnals das Großwerk „Tush“ neu einzuspielen – schließlich mag das Trio „Legs“.

Schlechte Witze beiseite: „Tush“ rockt großartig, obwohl Miss Potter zum Bass greift und die Hammond im Case lässt. Und sogar so Nasen wie Nickelback erinnern sich daran, was man für guten Rock eigentlich braucht: Bass, Gitarre, Schlagzeug – und ein tonnenschweres Riff, dem man ein bisschen Höhen entzieht.

So schwingt sich die Platte von Höhepunkt zu Höhepunkt und gelegentlich hat es auch Mut zur Greulichkeit. Davon kann man halten, was man mag: Vielseitig sind sie, die Songs von ZZ Top, soviel steht schon mal fest. Und somit ist das Album eben auch vielseitig. Und deswegen eine bär(t)ige Angelegenheit.

Universal / www.zztop.com

In gekürzter Version erschienen im Feuilleton des Münchner Merkur.

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