Southside 2010: Die Mischung macht den Klassiker

Mrz 26th, 2010 | By | Category: Aktuell, Festival

Was genau macht eigentlich das Southside-Festival jedes Jahr wieder zum reichhaltigsten Alternative-Festival der Republik? Ganz einfach: Ein Konzept, dem man nunmehr zum elften Mal treu bleibt und das einfach, aber genial ist. Man nehme das Relevanteste des Vorjahres und des laufenden Jahres, packe es an drei Tagen auf zwei Bühnen und achte bei der Mischung darauf, dass neben den heißesten Indie-Bands von heute auch deren Vorbilder spielen.

Deswegen sind „Southside“-Plakate zunächst von unten zu lesen. Denn da finden sich die Dinger, von denen man annehmen kann, innerhalb weniger Monate noch viel davon zu hören. Da hätten wir dieses Jahr „Frittenbude„, ein Elektro-Dance-Rap-Punk-Indie-Gerät, das sich wunderbar knietief im Pop bewegt und normalerweise viel besser auf dem Tanzboden funktionieren dürfte als auf einem Festival. Man kann davon ausgehen, dass der Gegenbeweis angetreten wird. „Florence and the Machine„, genauer gesagt die Songwriterin Florence Welch und Band, bewegt sich abseits ausgetretener Folk-Pfade und mischt schwüle Südstaatenmelancholie mit Indie-Pop. Und die Blasmusik-Gypsy-Sensation „La Brass Banda„, die seit einigen Touren durch Deutschland und den Alpenraum als Spezialisten dafür gelten, wie man mit Blasmusik den Club und nicht das Festzelt füllt.

Ein paar Zeilchen weiter oben wird’s dann schon opulenter mit großen Namen: der Riffrocker Danko Jones, die Rockternative-Sirenenanlage „Skunk Anansie“ und die Alternative-Metaler „Deftones“ stehen geschrieben und noch ein bisschen weiter oben die Shooting-Stars von „The XX“ – jene Londoner Indie-Tanzband, die im vergangenen Jahr mehrere ausverkaufte Touren um die halbe Welt gespielt und es mit ihrem Debütalbum in alle wichtigen Listen geschafft haben, die über Musik im Jahr 2009 herausgegeben wurden. Auch zwei deren Wegbereiter sind dabei: „Faithless“, „Massive Attack“ und „Prodigy“ werden den Kindern der Neunziger ein paar Takte um die Ohren ballern. Gern gesehen sind auf dem Southside-Festival auch die Gitarren-Helden der Neunziger: nach „Faith No More“ im Vorjahr, „Nine Inch Nails“ in ein paar Vorjahren und „New Order“ vor einiger Zeit übernehmen die mächtigen „Stone Temple Pilots“ die Rolle der Revival-Band.

Und keiner vereinigt alle Lager so schön wie Songwriter-Folk-Weltstar Jack Johnson, vor dessen Bühne Rocker, Indiekinder und Neo-Hippies gemeinsam feiern werden. Über den Popgehalt in seiner Musik mögen die Meinungen auseinandergehen – auf das Festival gehört er eindeutig, schon allein, weil er das große Genre Folkpop aus dem Müslimief-Ewiggestrigen-Verdacht in die Stadtien der Neuzeit  geholt hat.  Und schließlich „The Strokes„, die ihre Headliner-Rolle zwar gern an die „Stone Temple Pilots“ abgeben hätten dürfen, die ob ihrer Verdienste um die Rockmusik (und natürlich wegen zwei neuzeitlicher Rockklassiker-Alben voller echter Hits) dort trotzdem gut aufgehoben sind.

Das Southside-Festival ist das Schwesterfestival vom Hurricane-Festival in der Eiffel. Die Südausgabe findet von 18. bis 20. Juni in Neuhausen ob Eck auf dem ehemaligen Militärflughafen statt. Tickets für gibt’s hier.

Mehr Info: www.southside.de

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