Lily Electric: You’re In The Painting You Saw

Feb 20th, 2009 | By | Category: Musik

Im Bezug auf Britpop von Retro zu sprechen, ist ja eigentlich absurd. Jene Musikströmung Anfang der Neuziger zitierte ja ihrerseits die Vorbilder aus (Mersey-) Beat und dem Rock der Sechziger – und wenn nun eine britpoppende Band Retro-Britpop machen soll,…

Aber von Anfang an. Lily Electric sind vier junge Dänen, die seit Anfang 2005 mit kleineren Veröffentlichungen für Aufsehen sorgten und mittlerweile geschlossen in Berlin leben. Mit diesem zweiten Album und der Erfahrung von zwei Jahren auf Tour – unter anderem als Support von Slut, The Kooks, Maximo Park oder Cold War Kids – wollen sie ihren Ruf als Indie-Hausnummer untermauern. Und das gelingt ihnen gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen widersetzt sich die Band in erfrischender Weise dem mittlerweile totgedudelten Brachialglasklarsound der aktuellen Zeitgeistbands und lässt erfrischend synthesizerlos den Gitarren ein bisschen Zerrung angedeihen. Dicht gemischt und warm produziert, setzt sich diese Platte allein schon durch den Grundsound vom Indie-Mainstream ab.

Zum anderen orientiert sich die Berliner Dänenbrigade an den richtigen Klassikern (Blur aus „Leisure“-Tagen, den zu Unrecht unbekannt gebliebenen James, den fabulösen Electric Club oder Hurricane #1) sowie an den guten Inselexporten dieser Tage (Charlotte Hatherley, Arctic Monkeys und Last Shadow Puppets) und bringt so den Britpop dieser Tage mit dem Retro-Britpop der Neunziger zusammen.

Womit wir wieder bei eingangs genannter Absurdität wären… Was bleibt, ist ein ohne Abstriche gelungenes Britpop-Album im eigentlichen Sinne.

PonyRec/Indigo / www.lilyelectric.com

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