Donavon Frankenreiter: Pass It Around

Sep 24th, 2008 | By | Category: Musik

Eine sehr böse Zunge hat einmal gesagt, Donavon Frankenreiter schreibe immer noch die besseren Jack-Johnson-Songs. Und selten hat Boshaftigkeit so ins Schwarze getroffen, möchte man angesichts der ersten Klänge von „Pass It Around“ sagen.

Ganz im Gegenteil zum rockig-souligen „Move By Yourself“ geht der kauzige Hühne vom Gas und macht das, was er schon auf seinem selbstbetitelten Debüt (sehr gut) gemacht hat: Er addiert Acoustic-Folk zu Pop und arrangiert diese Zutaten mit reichlich Seventies-Klangharmonik. Damit erfindet er zwar das Pulver nicht neu und unternimmt beileibe keinen weiteren Schritt aus dem Schatten seines Entdeckers, des Superstars Jack Johnson. Aber das macht auch nix.

Denn er macht das, was er tut, mit derartiger Überzeugung und Selbstverständlichkeit, dass man den Hut ziehen muss. Der Mann ist ein Original, der tut, was er tut, ohne zu überlegen, ob es jemandem gefallen könnte. Und von dieser Einstellung wird er doppelt profitieren: Erstens natürlich vom Zeitgeist, der im zeitgenössischen Lagerfeuerpop von Johnson, Gill, Costa & Co. so etwas wie pop-spirituelle Erleuchtung sieht – und ihn und sein Wesen ad absurdum führt. Zweitens wird er Nutzen in Sachen „Langlebigkeit“ ziehen. Denn authentische Künstler, die ihren Weg beharrlich weitergegangen sind und die Ohren vor Trend-Schreiern verschlossen haben, sind immer noch am Weitesten gekommen.

Freuen wir uns also über eine harmlose wie gehaltvolle Platte, die Ukulelen, Tex-Mex-Trompeter und eingängige Melodien im 70er-Soundgewand wohlig zu vereinen weiß.

22. August 2008 / Universal Music / www.donavonf.com

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