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	<title>das textwerk. &#187; Reise</title>
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	<description>Magazin für Musik, Jugend, Reisen, Lifestyle &#38; Kultur</description>
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		<title>Reisen: Wir sind jung und haben kein Geld</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 15:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative]]></category>
		<category><![CDATA[Survival]]></category>
		<category><![CDATA[Tipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Freunde sind im Urlaub, eine Postkarte von ihnen liegt im Briefkasten und Zoff mit den Eltern droht. Nichts wie weg! Das Problem ist die Kombination aus „kein Geld“ und „sp&#228;t dran“. Im Folgenden einige M&#246;glichkeiten, auch auf den letzten Dr&#252;cker noch g&#252;nstig verreisen zu k&#246;nnen. Gehen wir von folgenden Fakten aus: Zwischen 50 und 150 Euro stehen zur Verf&#252;gung, Zeit<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2009/08/12/last-minute-verreisen-wir-sind-jung-und-haben-kein-geld/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><img class="alignnone size-medium wp-image-613" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/bu-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></em></p>
<p><em>Die Freunde sind im Urlaub, eine Postkarte von ihnen liegt im Briefkasten und Zoff mit den Eltern droht. Nichts wie weg! Das Problem ist die Kombination aus „kein Geld“ und „sp&#228;t dran“. Im Folgenden einige M&#246;glichkeiten, auch auf den letzten Dr&#252;cker noch g&#252;nstig verreisen zu k&#246;nnen.</em></p>
<p>Gehen wir von folgenden Fakten aus: Zwischen 50 und 150 Euro stehen zur Verf&#252;gung, Zeit ist reichlich vorhanden und eventuell finden sich im Freundeskreis auch noch ein paar Daheimgebliebene, die urpl&#246;tzlich doch noch Reiselust bekommen haben. Der erste Geistesblitz leuchtet den Weg in Richtung Reiseb&#252;ro. Oder wenigstens zum Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldet sich Martina Clarke von „Mast Reisen“ in Schongau.</p>
<p>Angesichts des knappen Budgets in Verbindung mit der aktuellen Hauptsaison macht sie zun&#228;chst wenig Hoffnung: Der klassische Last-Minute-Trip wird schwierig oder ist zu teuer: „Angebote werden tagesaktuell bekannt gegeben – zwischen 50 und 100 Euro k&#246;nnen wir hier im Reiseb&#252;ro aber wahrscheinlich nichts anbieten.“ Die Reise-Expertin hat aber einen Rat: „Was ginge, ist, sich zu mehreren eine Ferienwohnung zu nehmen“. So k&#246;nne das Budget tats&#228;chlich reichen, „wenn sich ungef&#228;hr sechs Leute zusammentun und selbst mit dem Auto fahren k&#246;nnen“. Italien, insbesondere die Region Gardasee, oder Bodensee seien daf&#252;r gute Ziele, Alternativen k&#246;nnten Mobil-Heime auf Campingpl&#228;tzen oder Jugendherbergen sein.</p>
<p>Und tats&#228;chlich: Auf der Homepage des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH, <a href="http://www.jugendherberge.de" target="_blank"><em>www.jugendherberge.de</em></a>) findet sich eine gro&#223;e Auswahl nationaler und internationaler &#220;bernachtungsm&#246;glichkeiten, f&#252;r die je nach Ausstattung zwischen acht und 30 Euro f&#228;llig werden. Daf&#252;r ist jedoch eine DJH-Mitgliedschaft erforderlich, die f&#252;r unter 26-J&#228;hrige mit 12,50 Euro j&#228;hrlich zu Buche schl&#228;gt. &#220;ber das Portal l&#228;sst sich bequem der Kontakt zu den einzelnen Jugendherbergen in aller Welt herstellen. Eine Auf-gut-Gl&#252;ck-Suche ergab ein freies Bett im s&#252;dspanischen Algeciras f&#252;r 8 Euro die Nacht.</p>
<p>Die Frage ist: Wie kommt man da hin? Eine unabh&#228;ngige Mitfahrzentrale (<a href="http://www.mitfahrgelegenheit.de" target="_blank"><em>www.mitfahrgelegenheit.de</em></a>) vermittelt &#252;bers Internet kostenlos Autoreisende zueinander. Das bedeutet, dass ein Fahrer seine Autofahrt unter der Angabe von Start- und Zielort online stellt und auf diesem Weg Mitfahrer sucht. Diese k&#246;nnen sich per E-Mail oder Telefon bei ihm melden und die komplette Etappe oder einen Teil davon mitfahren. Daf&#252;r wird meist ein Benzingeld verlangt, manchmal ist ein Festpreis, manchmal eine Verhandlungsbasis angegeben. Wer da noch eine Thermoskanne Kaffee mit ins Auto bringt, hat das Prinzip der geteilten Autoreise mit Wildfremden verstanden: Hier geht es nur sekund&#228;r ums Geldsparen: h&#228;upts&#228;chlich ist diese Art zu Reisen f&#252;r extrovertierte Leute ein Tipp, die ungern allein unterwegs sind und kein Problem damit haben, jemanden v&#246;llig Unbekannten kennenzulernen. Wem das zu freaky ist, sei der Weg zum Bahnhof empfohlen.</p>
<p>Bei der Pressestelle der Deutschen Bahn verweist man dezent auf das Angebot im Internet: <a href="http://www.diebahn.de" target="_blank"><em>www.diebahn.de</em></a>. Darauf finden sich jede Menge aktueller Angebote, die wenigsten sind jedoch exklusiv f&#252;r Jugendliche oder Sch&#252;ler zugeschnitten: So f&#228;hrt die Bahn zum Beispiel ab 39 Euro (Europa-Ticket) in ausgew&#228;hlte europ&#228;ische St&#228;dte, f&#252;r 49 Euro (je nach Verf&#252;gbarkeit und bei drei Tagen Vorlauf) sogar nach London. Und wer ganz genau suchet, der findet doch noch etwas Exklusives f&#252;r unter 26-J&#228;hrige: Sch&#252;ler und Studenten fahren nach Vorlage des jeweiligen Ausweises durch sieben Bundesl&#228;nder f&#252;r 43 Euro. Der Vorteil von weiteren Reisen: Im Zug l&#228;sst sich bequem die Nacht verbringen; die Kosten f&#252;r eine Unterkunft lassen sich so also sparen.</p>
<p>Wer die &#220;bernachtung auf einer fremden Couch nicht scheut, aber auch wenig investieren will, ist auf <a href="http://www.couchsurfing.de" target="_blank"><em>www.couchsurfing.de</em></a>, gut aufgehoben. Der Internetdienst m&#246;chte nach eigenen Angaben mit der Vermittlung von kostenlosen Schlafpl&#228;tzen auf der Basis von Gegenseitigkeit zu einer besseren Welt beitragen. Als Dankesch&#246;n kocht der Gast etwas f&#252;r den Gastgeben, saugt Staub oder l&#228;dt ihn auf ein Bier in dessen Stammkneipe ein. Diese Art der &#220;bernachtung hat eben auch wieder den Vorteil, dass Reisen nicht nur den Horizont, sondern unter Umst&#228;nden auch den Freundeskreis erweitert.</p>
<p>Und wem das alles zu teuer oder aufw&#228;ndig ist, der kann ja immer noch mit Fahrrad, Zelt und Rucksack die eigene Heimat erkunden. Doch Vorsicht: Wiesen geh&#246;ren meistens jemandem. Deswegen empfiehlt Michael Bayerlein von der Polizeiinspektion Weilheim, immer erst beim Bauern nachzufragen. In Naturschutzgebieten sei Zelten grunds&#228;tzlich verboten, besondere Vorsicht gelte auch beim Grillen: „Laut bayerischem Waldgesetz ist Rauchen oder Feuermachen im Wald und bis zu 50 Meter davon entfernt verboten.“</p>
<p><em>Text: Christoph Ulrich, in gek&#252;rzter Version erschienen auf der Jugendseite im Weilheimer Tagblatt, Penzberger Merkur und den Schongauer Nachrichten.</em></p>
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		<title>On The Road: Briefe aus Kalifornien</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 17:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Disney Opera House]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine abgegriffene Ausgabe von Jack Kerouacs &#8220;On The Road&#8221; auf der Hutablage, ein Stapel sonnengebleichter Landkarten auf dem Beifahrersitz, die Stra&#223;e als das Ziel. Dem Mythos „Roadtrip“ auf die Spur zu gehen, hatte ich schon lange vor. „Gesch&#228;digt“ von einer Jugend voller Reiseb&#252;cher, Roadmovies und gesegnet mit einem permanent juckenden Reise-Knochen habe ich mich samt<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2009/08/11/briefe-aus-kalifornien/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine abgegriffene Ausgabe von Jack Kerouacs &#8220;On The Road&#8221; auf der Hutablage, ein Stapel sonnengebleichter Landkarten auf dem Beifahrersitz, die Stra&#223;e als das Ziel. Dem Mythos „Roadtrip“ auf die Spur zu gehen, hatte ich schon lange vor. „Gesch&#228;digt“ von einer Jugend voller Reiseb&#252;cher, Roadmovies und gesegnet mit einem permanent juckenden Reise-Knochen habe ich mich samt Freundin in das Autofahrerland schlechthin, die USA, aufgemacht. Der Plan: Durch Kalifornien und ein paar Nachbarstaaten fahren – fast ohne Plan und daher offen f&#252;r Ziele, die sich ergeben. </em></p>
<p><em><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0016.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1075" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0016-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><br />
</em></p>
<p><strong>Die Stra&#223;e ist das Ziel (Brief eins)</strong></p>
<p>Die Realit&#228;t ist zun&#228;chst ein wenig anders als mein Klischee-&#252;berladener Kopfkino-Trailer verspricht, den ich w&#228;hrend des Fluges immer wieder mit dem geistigen Auge anschaue. Denn zun&#228;chst ist die Reise gepr&#228;gt von Organisation: Gute Karten m&#252;ssen her, das Tour-Book des &#8220;AAA&#8221; (American Automobile Club), in dem ausgew&#228;hlte Motels verzeichnet sind, der Mietwagen muss abgeholt werden. Und ganz nebenbei sollte auch noch unser Ankunfts- und Abflugsort San Francisco erkundet werden – eigentlich purer Stress. Aber ein sch&#246;ner, wie wir finden. Die 800 000-Seelen-Stadt, die sich in der beeindruckenden Kulisse der San Francisco Bay direkt am Meer ausbreitet, zieht uns mit ihrer Atmosph&#228;re zwischen heimelig und Multikulti in ihren Bann. Nach drei autolosen Tagen verabschieden wir uns in Richtung Highway Nr. 1. W&#228;hrend im R&#252;ckspiegel unseres Toyota (nein, zum klischeem&#228;&#223;ig dringend erforderlichen Ford „Mustang“ hat es nicht gereicht) die schachbrettartigen Stra&#223;en San Franciscos immer kleiner werden, haben wir wenig Sinn f&#252;r die Aussicht, f&#252;r die der Highway Number One so ber&#252;hmt ist. Wir navigieren mit Karte und Kompass und gew&#246;hnen uns an eine neue Fahrweise: Fahren nach Zahlen. Immer auf den „Einser“ achten, nicht auf Stra&#223;ennamen, die anstelle von Orten Abfahrten markieren. Derart besch&#228;ftigt, rauschen wir rasant an Santa Cruz, eigentlich unserem ersten Ziel, vorbei.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0352.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1078" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0352-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p><strong>Auf Steinbecks Spuren Richtung S&#252;den (Brief zwei) </strong></p>
<p>Die Abfahrt nach Santa Cruz, um das Ende des ersten Briefes aufzul&#246;sen, haben wir doch noch gefunden. Am n&#228;chsten Tag und bei deutlich besserem Wetter. Dennoch will die Debatte um das Navi, dem ich mich hartn&#228;ckig verweigere, nicht abrei&#223;en. Meine Argumente, auch Jack Kerouac habe „on the road“ keins gehabt, und John Steinbeck sei nicht mit Navi, sondern vielmehr mit Charley gereist, werden mit jeder Stunde, die wir unsere Ziele nicht finden, kraftloser.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0224.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1082" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0224-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Dennoch gew&#246;hnen wir uns ans Routenplanen, Navigieren und Motelsuchen als fixes Element im Tagesablauf und landen nach einem sonnigen Ausflug zum Bilderbuch-Pier von Santa Cruz mit einer Tasse Pacific-Blend der &#246;rtlichen Kaffeer&#246;sterei und einem hausgemachten Blaubeermuffin in Monterey. Unser Motel liegt direkt an den musikhistorisch bedeutungsvollen Monterey-Fairgrounds, wo Hendrix seinen gefeierten Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967 hatte – und am dreispurigen, vielbefahrenen Highway. Daf&#252;r ist es g&#252;nstig, und wir k&#246;nnen ein paar N&#228;chte bleiben. Was gar nichts schadet: Erstens ist das Wetter nix Rares und wir wollen es nach bayerischer Tradition aussitzen, bevor wir uns die aussichtsreiche K&#252;stenstra&#223;e Richtung L.A. versauen. Und zweitens nimmt ein Besuch des beeindruckenden Aquariums locker einen Tag in Anspruch. Die „Cannery Row“ gleich nebenan ist nicht nur f&#252;r Steinbeck-Fans sehenswert, ein historischer Lehrpfad durch den Ort gibt Einblick in die Zeit, als die Region noch keine Touristen- sondern eine Fischer-Gegend war. Trotzdem: Irgendwie will sich das erwartete „Kaliforniengef&#252;hl“ nicht so recht einstellen, was an den grauwattigen Nebelb&#228;nken und grauen Wolken liegen mag, die vom Pazifik her aufziehen und k&#252;hle Temperaturen bescheren.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0332.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1079" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0332-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Erst Meilen weiter s&#252;dlich k&#246;nnen wir sie absch&#252;tteln und erleben den ersten goldroten Sonnenuntergang im R&#252;ckspiegel mitten im „Big Sur“, einem sehr nat&#252;rlich gebliebenen K&#252;stenstreifen, wo wir sogar wild lebende Seel&#246;wen zu Gesicht bekommen. Die Stra&#223;e nach S&#252;den nimmt uns sp&#228;testens an dieser Stelle vollends gefangen. Eigentlich viel zu lang und nat&#252;rlich immer viel zu kurz genie&#223;en wir das relaxte Leben in den K&#252;stenorten Carmel, Morro Bay, Santa Barbara, Ventura oder San Luis Obispo und gehen der hiesigen Siedlungsgeschichte anhand kleiner Missionskirchlein auf die Spur.</p>
<p>Der Lichtschein in der Ferne, der uns jeden Abend ein bisschen n&#228;her kommt, geh&#246;rt Los Angeles. Dort erwartet uns Hollywood – und ein Verkehrschaos biblischen Ausma&#223;es.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/IMG_0321.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1081" title="IMG_0321" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/IMG_0321-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><strong>Stars im Glasscherbenviertel (Brief drei)</strong></p>
<p>Es ist ja nicht so, als h&#228;tte man uns nicht gewarnt. In Morro Bay zum Beispiel &#252;berkam einen gem&#252;tlichkeitsbauchigen Hawaiihemden-H&#228;ndler das gro&#223;e Augenrollen, als wir ihm von unserem Trip erz&#228;hlten. &#8220;Spart Euch Los Angeles&#8221;, hatte er uns geraten, ganze 10 Stunden habe er vergangenes Wochenende f&#252;r die Strecke vom Laden in Morro Bay bis zur Filiale in San Diego gebraucht. In etwa sechs Stunden stand er in einer dieser Blechwalzen, die sich &#252;ber die f&#252;nfspurigen Autobahnen winden &#8211; von denen die Stadt, gemessen am Verkehrsaufkommen, entschieden zu wenige hat. Und gleichzeitig nicht mehr wei&#223;, wohin sie noch welche bauen soll. Wie einem futuristischen Film entsprungen, erheben sich die Autobahnen auf Stelzen 15 Meter hoch durch H&#228;userschluchten, &#252;ber Flachbauten hinweg oder stechen schnurgerade und immer irgendwie &#252;berdimensioniert an gut b&#252;rgerlichen Wohnsitzen am Stadtrand vorbei.</p>
<p>Apropos Film: Wir haben das Gef&#252;hl, alles in L.A. schon mal gesehen zu haben &#8211; was die Orientierung nicht unbedingt erleichtert. Die Regisseure der Traumfabrik sind offenbar ziemlich faule Zeitgenossen; beinahe an jeder Stra&#223;enecke in Hollywood, am Strand oder in den Bergen kommt uns aus irgendwelchen Filmen oder von Serien her bekannt vor. Ganz frappierend sind diese cineastisch bedingten Deja-Vus am Rodeo Drive, der angeblich teuersten Einkaufsmeile der Welt, am Venice Beach, dem wahrscheinlich meistgefilmten Strandboulevard oder auf einer der beschriebenen Autobahnen. Ich bin mir sicher, die Idee zu &#8220;Falling Down&#8221;, wo ein Verkehrschaos in L.A. einen gestressten Arbeiter (Michael Douglas) zum Ausrasten bringt, ist einem Drehbuchautor ganz banal auf dem Weg zur Arbeit eingefallen.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0483.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1084" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0483-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Angekommen am ber&#252;hmten Hollywood Boulevard, stellen wir ern&#252;chtert fest, dass au&#223;er dieser wohlbekannten Kinomeile mit dem ber&#252;hmten Grauman&#8217;s Chinese Theater und seinen Hand- und Fu&#223;abdr&#252;cken bekannter Stars in Beton, dem Walk Of Fame oder dem gigantischen Kodak Theatre, an das sich &#252;brigens eine riesige Mall anschlie&#223;t, die Gegend wenig Sehenswertes zu bieten hat. Jeweils eine Querstra&#223;e weiter sind Wohnh&#228;user, Schulen, kleine Gesch&#228;fte und die Gegend ist nicht mal die feinste. Der Beginn des Star-Walks verl&#228;uft sogar durch ein regelrechtes Glasscherbenviertel. Immherhin: Der ber&#252;hmteste Teil des Star-Walks ist nicht nur wegen der eingelassenen Sterne sehenswert. Er ist eine B&#252;hne f&#252;r K&#252;nstler aller Coleur, die auf sich aufmerksam machen m&#246;chten. Wer nicht ins Kino, ins Museum oder auf Steinplatten schauen m&#246;chte, kann stundenlang Stra&#223;enkunst erleben. Fad wird&#8217;s hier nicht so schnell.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0548.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1083" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/DSC_0548-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Umso &#252;berraschter sind wir von Downtown L.A. &#8211; der Moloch verf&#252;gt &#252;ber eine stattliche Innenstadt, deren Sehensw&#252;rdigkeiten &#8211; etwa die neue Cathedral Of Our Lady Of The Angels mit Gregory Peck im Mausoleum, der Disney Opera  House oder dem Museum Of Contemporary Art (MOCA) &#8211; wir eindeutig untersch&#228;tzt haben. Einen ganzen Tag stromern wir durch das Zentrum dieser riesigen Stadt, das von innen so riesig gar nicht wirkt und verbringen den Sp&#228;tnachmittag am Long Beach, wo Delfine in der Brandung unmittelbar am Strand spielen. Ein wunderbares Schauspiel, das bewegte Tage in der Stadt der Engel abrundet.</p>
<p><em>Text: Christoph Ulrich, verfasst f&#252;r &#8220;die jugendseite.&#8221; und erschienen in gek&#252;rzter Version. </em></p>
<p><em>Fotos: Christoph Ulrich</em></p>
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		<title>Gesch&#252;tzt: Ligurien: Genussreise durchs Hinterland</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 22:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt keine Kurzfassung, da dies ein gesch&#252;tzter Artikel ist.]]></description>
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		<title>Ein Tag in Oslo</title>
		<link>http://www.dastextwerk.com/2008/11/22/ein-tag-in-oslo/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 18:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist saufr&#252;h, saukalt und saum&#228;&#223;ig was los am Hauptbahnhof Oslo. Der erste Eindruck, den Norwegens Hauptstadt auf uns macht, ist nicht der beste. Die Eisenbahn entlie&#223; uns um 6 Uhr morgens aus ihrem warmen Bauch auf die betonkalte Plattform. Zitternd vor K&#228;lte und &#220;bern&#228;chtigkeit tapern wir verschlafen mit im Strom der Bahnreisenden. Die Fahrt<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2008/11/22/ein-tag-in-oslo/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es ist saufr&#252;h, saukalt und saum&#228;&#223;ig was los am Hauptbahnhof Oslo. Der erste Eindruck, den Norwegens Hauptstadt auf uns macht, ist nicht der beste.  Die Eisenbahn entlie&#223; uns um 6 Uhr morgens aus ihrem warmen Bauch auf die betonkalte Plattform. Zitternd vor K&#228;lte und &#220;bern&#228;chtigkeit tapern wir verschlafen mit im Strom der Bahnreisenden. Die Fahrt auf der Streckenetappe von Bergen her war viel zu kurz f&#252;r unseren Geschmack und unseren Schlafbedarf.</em></p>
<p>Kalt, kalt und nochmals kalt – und falsch ist der erste Eindruck von Oslo. Aber unausgeschlafene Rucksackreisende sollte man eh&#8217; nie nach ihrem ersten Eindruck von ihrem Reiseziel fragen. Meist tr&#252;gt er; wie in diesem Fall gleich mehrfach. Erstes Beispiel: Der Bahnhof ist gar nicht so voll; die meisten Leute sind Durchreisende auf dem Weg zum Flughafen. Diejenigen, die hier bleiben, sind eigentlich nur wir. Gedacht haben wir uns nichts, als klar war, dass wir in aller Herrgottsfr&#252;he hier ankommen w&#252;rden. Das ist eine gro&#223;e Stadt, jalogischjaklar, da setzen wir uns eben gem&#252;tlich in ein Café nach unserer Ankunft.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-05.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-368" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-05-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-06.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-369" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-06-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-01.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-370" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-01-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Von wegen. In der Innenstadt, die gleich hinter dem Bahnhof beginnt, haben die Cafés noch geschlossen. Wir setzen uns in die Filiale einer gro&#223;en Kette und zahlen sehr viel Geld f&#252;r aromatisierten Kaffee und ein kaltschmalziges Vanilleh&#246;rnchen, das definitiv den Vortag schon erlebt hat. Egal, zum Wachwerden langt&#8217;s – wir schweigen viel, bl&#246;deln verhalten und legen anhand von Reisef&#252;hrer und Stadtmagazin die erste Route fest. Unsere Rucks&#228;cke verstauen wir f&#252;r 45 NoK (Norwegische Kronen, entspricht in etwa 5 Euro) im Schlie&#223;fachlager am Bahnhof und staunen nicht schlecht, als wir Riesenschlie&#223;f&#228;cher f&#252;r Skisprung-Latten sehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wenig sp&#228;ter stromern wir durch eine Geisterstadt. Langsam vertreibt die M&#228;rzsonne eisige  Morgennebel, die vom Fjord her in die Stadt wabern. Vorbei am m&#228;chtigen Rathaus der Halbmetropole f&#252;hrt uns unser Weg zu den historischen Hafenbefestigungen aus den Zeiten Napoleons. Kurz vor den Zinnen h&#228;lt uns eine Wache im vollen Ornat samt Puschel auf dem Helm auf: Der Zutritt sei hier oben verboten, Fotos d&#252;rften wir aber gern schnell machen. Auch er selbst l&#228;sst sich bereitwillig neben alten Kanonen ablichten – unsere erste Bekanntschaft mit der vielgelobten norwegischen Mischung aus Freundlichkeit, Offenheit und H&#246;flichkeit, die uns noch oft begegnen wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gegen halb zehn beginnen wir uns Sorgen zu machen: Leben in Oslo wirklich Menschen? Au&#223;er ein paar versprengten Relikten des Nachtlebens haben wir noch keine Menschenseele zu sehen bekommen. Offenbar neigen die Nordl&#228;nder ganz arg zum Ausschlafen am Wochenende – sehr sympathische Leutchen, wie wir normalerweise finden w&#252;rden. Im Moment w&#228;ren uns unsympathische, fr&#252;haufstehende Cafébetreiber lieber; unsere Blasen dr&#228;ngen uns zu sehr, als dass wir unseren Idealen treu bleiben k&#246;nnten. Um 10 Uhr &#246;ffnen die ersten Cafés im Univiertel: ausnahmslos stylisch eingerichtete, geschmackvolle L&#228;den mit nordisch-klarstrukturierter Einrichtung, gem&#252;tliche Delis mit Steh-Tischen und kleine Eck-Cafés mit k&#246;stlich duftenden Snack-Bars. Und wir sehen uns viele an, denn eine Toilette haben die wenigsten. Dieses Auswahlkriterium ist uns aber im Moment recht wichtig – buchst&#228;blich in letzter Minute finden wir ein Café mit ger&#228;umiger Toilette.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und leckerer Kuchen-, Fr&#252;hst&#252;cks- und Kaffee-Karte. Oslo beginnt, uns richtig zu gefallen. Gem&#252;tlich  r&#252;hren wir im Milchschaum und knabbern an k&#246;stlichen Schoko-Cookies. An den Tischen neben uns sitzen so einige Exemplare dieser Gattung Norweger, die wir „norwegische Modehaus-Hipster“ nennen: eine Sorte Mensch, die es in Deutschland kaum gibt. Gewandet in geschmackvollem, feinem Zwirn – er: Dreiviertelmantel, Cashmere-Pullover, Jeans, Sneakers und akkurater Schwedenscheitel, sie: legere Kombination aus Plissee-R&#246;ckchen, Stiefel und Wollmantel zur frisch-vom-Friseur-Frisur. Wir werden diese Mittzwanziger- bis Mittdrei&#223;iger-Jungerwachsenen noch oft sehen auf unserer Stadt-Erkundung: offenbar geldige, nicht neureiche junge Berufst&#228;tige mit Stil, die sich am Wochenende schon mal einen Tag von Café zu Café bewegen, um mit Freunden und Apple-Notebook &#252;ber einem Cappuccino die neuesten Nachrichten zu diskutieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&#220;berhaupt: diese Technik-Affinit&#228;t der Norweger ist wirklich legend&#228;r. W-Lan allenthalben, Laptops geh&#246;ren genauso zur Ausstattung wie iPhone, Blackberry und MP3-Player in allen Formen und Farben. Im Zug, Stra&#223;enbahn und sogar an der Bushaltestelle z&#252;cken die Leute ihr Notebook, schauen Filme oder surfen im Internet. Kaum jemand, unter dessen M&#252;tze nicht die ber&#252;hmten wei&#223;en Ohrh&#246;rer verschwinden – entsprechend viele Unterhaltungselektronik-Gesch&#228;fte voll mit stylish-technischen Wahnsinn finden wir im Laufe des Tages. Auch ansonsten wird Style gro&#223;geschrieben in dieser sch&#246;nen und unglaublich sauberen Stadt. In den Ladenlokalen der historischen H&#228;user der Altstadt zwischen Jugendstil und Gr&#252;nderzeit gibt es Boutiquen zwischen Mode, Designer-Einrichtung und einige hochpreisige Klamottenketten. In den Seitengassen verkaufen fliegende H&#228;ndler die oslo-typischen Tussi-Brillen, die auf den Nasen modebewusster Blondinen thronen und am hafennahen Aker-Brygge-Mall finden wir allerlei kuriose Gesch&#228;fte zwischen Natur, Gesundheitsbewusstsein und die &#252;blichen Filialisten – und eine Packung Schokoriegel, die wir direkt am Meer in der Mittagssonne genie&#223;en.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-07.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-371" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-07-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-02.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-372" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-02-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-03.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-373" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/oslo-03-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vor uns liegt das gro&#223;e Hafenbecken Oslos. Eisig schlagen die Wellen an die Kai-Mauer, warm scheint die Sonne auf die Holzstufen eines kleinen Amphitheaters. Das Leben spielt sich mittlerweile auf der Stra&#223;e ab – die Stra&#223;en sind voll von Leuten, die ihren freien Tag drau&#223;en genie&#223;en; immer wieder kommen uns Leute in Sportklamotten oder mit Langlaufski entgegen. Eine Stunde au&#223;erhalb der Gro&#223;stadt lassen sich einsame Loipen durch sagenhafte Kulisse zwischen Meer und Bergen finden. Was Jung wie Alt am Wochenende gern und h&#228;ufig tut. &#220;berhaupt ist die Hauptstadt Norwegens auch eine Hauptstadt des Sports. Der nahe Hollenkollen, die olympische Skisprung-Schanze unweit der Stadt lockt Schaulustige, die umliegenden Skigebiete Wintersportler.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Oslo ist vieles, aber nicht billig. F&#252;r Ham&amp;Eggs und ein Fatøl (Fassbier) bezahlen wir circa 30 Euro pro Nase – eine freundliche Unterhaltung mit allerlei Wissenswertem zu den Osloer Trambahnen, die aufgrund ihres Alters schon mal die Gl&#252;hbirnen ganzer H&#228;userzeilen platzen lassen, inklusive. Der  Taxipilot nimmt uns f&#252;r die f&#252;nfmin&#252;tige Fahrt zu „Ellingsens Pensjonat“ vom Bahnhof in ein Viertel nahe des K&#246;nigspalastes 40 Euro ab&#8230; Daf&#252;r l&#228;sst sich Ess- und Trinkbares an zahlreichen „24/7“-L&#228;den bekommen. Aufgrund der f&#252;r skandinavische L&#228;nder typischen hohen Preisklasse f&#252;r Bier trauen wir uns nicht, unser mitgebrachtes Sixpack auf der Stra&#223;e zu trinken. Der Gedanke, dass sich das nicht geh&#246;ren k&#246;nnte, verzieht sich schnell, als wir die offene Heroin-Szene am Stadtbrunnen unweit des Doms be&#228;ugen – trotzdem knacken wir die Dosen erst im – g&#252;nstigen – Pensjonatszimmer.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Oslo ist eine Stadt der Gegens&#228;tze und nicht nur aufgrund ihrer traumhaften Lage am Meer, ihren historischen Geb&#228;uden oder den zahlreichen Museen (vor allem dem Edvard-Munch-Museum) eine Reise wert. Auch im Winter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Fotos: Christoph Ulrich</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>2009 auch erschienen im Husk Magazin #5</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Supporting <a href="http://www.huskmagazine.de">www.huskmagazine.de</a></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>Snowscapes: Mehr als ein Gesp&#252;r in Norwegen</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Apr 2006 17:48:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Finse]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Survival]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wei&#223; ein Deutscher schon &#252;ber Schnee? Dass man ihn wegr&#228;umen muss, aus der Einfahrt. Dass man auf ihm Ski- oder Schlittenfahren kann. Dass Kinder gern damit spielen. Physikalisch versierte wissen au&#223;erdem, dass Schnee gefrorener Niederschlag ist und in Form von Kristallen auf die Erde f&#228;llt. Wer ein bisschen weiter denkt, dem f&#228;llt ein, dass<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2006/04/11/snowscapes-mehr-als-ein-gespur-in-norwegen/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-02.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-348" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-02-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Was wei&#223; ein Deutscher schon &#252;ber Schnee? Dass man ihn wegr&#228;umen muss, aus der Einfahrt. Dass man auf ihm Ski- oder Schlittenfahren kann. Dass Kinder gern damit spielen. Physikalisch versierte wissen au&#223;erdem, dass Schnee gefrorener Niederschlag ist und in Form von Kristallen auf die Erde f&#228;llt.</p>
<p>Wer ein bisschen weiter denkt, dem f&#228;llt ein, dass Schnee die Eigenschaft hat, Stimmungen zu erzeugen. Gerade zur Weihnachtszeit steht dies hoch im Kurs und macht Schnee zu einem vielbesungenen Element. Beim Blick auf die Geschichte der bildenden Kunst wird die Sache noch eindeutiger: verschneite Landschaften sind ein begehrtes Motiv. Allein der deutsche Romantiker Caspar David Friedrich besch&#228;ftigte sich damit viele Jahre seines Schaffens. Eine weitere Eigenschaft also: Schnee inspiriert.</p>
<p>Die Bergen-Bahn holpert uns aus unseren Gedanken. D&#228;mmerung legt sich &#252;ber Norwegens S&#252;dennd taucht Fjorde und D&#246;rfer in ein schl&#228;frig-goldenes Licht. Schnee liegt auf den D&#228;chern der charakteristischen Holzh&#228;user, deren rote Farbe sie zu lustigen Farbtupfern im weiten Wei&#223; macht. Vier Stunden sp&#228;ter ist es stockdunkel – und der Waggon spuckt uns in die norwegische Nacht. Das Ziel ist erreicht: Finse, mit 1222 Metern &#252;ber dem Meeresspiegel der h&#246;chste Bahnhof Nordeuropas,  und Veranstaltungsort von „Snowscapes“. dem Schneeseminar der Norwegischen Hochgebirgsschule. Der kleine Ort an der Bahnverbindung von Oslo nach Bergen besteht aus Hotel, Bahnhof und ein paar kleinen H&#228;usern, in denen das Personal wohnt. Sonst ist hier nichts au&#223;er Natur – und Schnee. Massenhaft Schnee. So viel Schnee, dass Hollywood-Regisseur George Lucas 1979 hier die Anfangszenen von „Star Wars – Das Imperium schl&#228;gt zur&#252;ck“ drehen lie&#223;; die Schlacht auf dem Eisplaneten Hoth.</p>
<p>Die unterschiedlichen Gestalten, die &#252;ber den Bahnsteig des Sieben-Seelen-Nests in Richtung Hotel „1222“ gehen, eint auf den ersten Blick nicht viel. Sie alle haben jedoch den Wunsch, in den kommenden sechs Tagen &#252;ber Schnee zu lernen. Und wo k&#246;nnte man das besser, als zu F&#252;&#223;en des f&#252;nftgr&#246;&#223;ten Gletschers von Norwegen, dem Hardanger-J&#246;kulen (Hardanger-Gletscher). Auf 1222 Metern H&#246;he herrschen extreme Bedingungen, die vergleichbar sind mit denen auf &#252;ber 4000 Metern in den Alpen. Aus einem strahlenden Sonnen-Tag mit Temperaturen um den Gefrierpunkt k&#246;nnen von einer Sekunde auf die andere orkanartige Schneest&#252;rme losbrechen und Temperaturen auf unter Minus 20 Grad fallen.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-04.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-351" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-04-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-05.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-352" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-05-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-06.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-353" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-06-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Im Hotel wartet Nils Faarlund auf uns. &#196;u&#223;erlich gemahnt er an eine Mischung aus dem sp&#228;ten Luis Trenker und dem fr&#252;hen Charlie Parker. Seine stahlblauen Augen funkeln lustig, als er uns die Hand sch&#252;ttelt – der etwa 70-J&#228;hrige ist unser Tutor in Sachen „Natur“ f&#252;r die n&#228;chsten Tage; der Leiter der Norwegischen Hochgebirgsschule eignet sich daf&#252;r wie kein zweiter: Er versteht, Schnee zu lesen. Und er wird uns lehren, mit extremen Verh&#228;ltnissen umzugehen und uns in der Gletscherlandschaft zurechtzufinden. Den thematischen Gegenpart lernen wir am n&#228;chsten Tag kennen: Grete Smedal, Professorin f&#252;r Kunst an der Universit&#228;t Bergen. Sie wird uns im Fach „Schneekunst“ unterrichten.</p>
<p>Die hochgewachsene, etwa 60-j&#228;hrige Frau, f&#252;hrt uns auf einer Mischung aus Langlauf- und Tourenski bei kaltem, aber sonnigem Wetter zu einem Schneefeld am Ortsrand. Hier sollen wir „so hoch bauen wie wir gro&#223; sind“. Aus dem anf&#228;nglichen Schneegeklopfe nach deutscher Art erw&#228;chst Frust: Der Schnee zerbr&#246;selt unter den Schaufelhieben, anstatt fest zu werden und sich auft&#252;rmen zu lassen. Geduldig erkl&#228;ren Smedal und Faarlund, dass wir es mit einer Schnee-Art zu tun haben, die fest genug ist, mit der S&#228;ge geschnitten zu werden – unter Last aber sofort zerbr&#246;selt. In der Tat: Mit dem Fuchsschwanz k&#246;nnen wir gro&#223;e Bl&#246;cke schneiden; es entsteht ein regelrechter „Steinbruch“. Bald wachsen gotische B&#246;gen, gedrehte S&#228;ulen, und Monolithen in den Himmel. W&#228;hrend wir stolz  auf unseren Skulpturenpark blicken, ist er in Finse-Ort schon Gespr&#228;chsthema. Geduldig lehrt Smedal die Prinzipien der Schneekunst; langsam, aber sicher werden aus dem M&#252;nchener Architekt Harald, dem Graphiker Christopher, dem R&#246;ckinger Pastor Werner, der Freiburger Pensionistin Annedore, dem Berliner Studenten Alex und dem Weilheimer Geograph Roland echte Schnee-Gestalter, die sich in den schier unbegrenzten M&#246;glichkeiten verlieren, die der Schnee als Medium bietet.</p>
<p>Dreh- und Angelpunkt bei allen Aktionen ist das Hotel. Der historische Bau von 1909 bietet mit seinem Interieur, das direkt aus den 1920er Jahren zu stammen scheint, den akkuraten Gegenpol zu den kalten St&#252;rmen und dem ewigen Wei&#223; drau&#223;en. Drinnen ist es warm und gem&#252;tlich, viele offene Kamine spenden W&#228;rme. Nach meist fulminanten, immer k&#246;stlichen Abendessen im gro&#223;en Speisesaal l&#228;dt Faarlund an einen der Kamine, doziert, diskutiert und philosophiert mit uns bis sp&#228;t in die Nacht. Es ist volles Programm, das Seminarleiter Ulrich Dettweiler seinen G&#228;sten serviert; aber immer ein angenehmes, interessantes.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-071.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-355" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-071-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-08.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-356" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-08-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-09.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-357" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-09-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Dettweiler ist bei s&#228;mtlichen Unternehmungen dabei und auch seine 18 Monate alte Tochter Nauka wird ganz nach Art der Norweger in einer Pulka, einem Zugschlitten, durch den Schnee gezogen. Entweder Papa Ulrich oder Mama Gabriele k&#252;mmern sich um die Kleine – nichts besonderes in Norwegen, wo Kinder ganz selbstverst&#228;ndlich auf Ski-Touren mitgenommen werden. Warm eingepackt liegt sie in der Pulka und l&#228;sst herrschaftlich die wei&#223;e Idylle an sich vorbeiziehen – bei Schneesturm schl&#228;ft sie kurzerhand ein. Allein bei der gro&#223;en Wanderung zum Hardanger-J&#246;kulen ist die Kleine nur zur H&#228;lfte dabei. An zwei „Natur“-Tagen lernen wir &#252;ber das Leben im Schnee. Faarlund, Schnee-Mann aus Prinzip, lehrt uns Ski-Touren f&#252;hren, „Lockerschnee“ von „Rollschnee“ zu unterscheiden und Schneeh&#246;hlen in W&#228;chten zu graben. Lawinenschaufel und -Sonde geh&#246;ren genauso zur Ausr&#252;stung wie dick mit „Brunost“ bestrichene Brote. Vor allem der hohe Milchzuckeranteil dieser norwegischen K&#228;se-K&#246;stlichkeit l&#228;sst uns auch im Schneesturm nicht frieren; zumindest, so lang wir uns bewegen. „Wir haben Wetter“, kommentiert Natur-Mann Faarlund trocken die deftigsten Schneest&#252;rme. Seine Definition: „Sonne, kein Wind und kein Niederschlag? Kein Wetter!&#8221;</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-10.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-358" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-359" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-11-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-12.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-360" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/finse-12-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Am Tag der gro&#223;en Tour zu „Blåisen“ (sprich: Blo-Isen, in etwa „Blau-Eis“), einem Eisbruch am Ende der Ostmur&#228;ne des Geltschers, sind wir gut versorgt mit  „Wetter“. In einigen, wenigen Augenblicken k&#246;nnen aber wir bereits beim Anmarsch einen Blick auf das gigantische Ewigeis erhaschen – ein ums andere Mal sch&#252;ttet die Sonne ihre glei&#223;enden Strahlen &#252;ber die Gletscherflanken. Scharf zeichnen sich dann Furchen und Spalten auf der gewaltigen Massiveis-Fl&#228;che ab; majest&#228;tisch steigen in der Ferne Pulverschneefahnen von erhabenen Zinnen. Ein Anblick, der uns Tr&#228;nen in die Augen treibt – wir schieben es auf den messerscharf pfeiffenden Schneesturm, der uns einen Wimpernschlag sp&#228;ter wieder Sichtweiten von unter drei Metern beschert. Ein bisschen f&#252;hlen wir uns wie die Arktis-Forscher Fritjof Nannsen oder Henry Shakleton, die beide hier f&#252;r ihre Expeditionen trainierten. Gegen Mittag setzt sich die Sonne durch und p&#252;nktlich erreichen wir, dick vermummt, den Gletscherfu&#223;.</p>
<p>An der End-Mur&#228;ne angekommen, br&#252;llen uns sechs Windst&#228;rken entgegen. Beim Fotografieren m&#252;ssen wir unsere schweren Rucks&#228;cke festhalten; der Wind treibt sie wie Pappendeckel vor sich her. Die Luft ist staubtrocken und interferenzfrei. Tiefblau schimmert der Eisbruch durch die makellos wei&#223;e Schneefl&#228;che. Die Hardanger-Vidda breitet sich unter uns aus und l&#228;sst f&#252;r ein paar Minuten so etwas wie Andacht aufkommen – ein Gef&#252;hl, das uns auch in den n&#228;chsten Tagen bei Touren oder beim Skulpturenbauen beschleichen wird. Es ist eine Mischung aus Respekt und Euphorie, aus Ergriffenheit und Begeisterung, das uns immer wieder zum &#220;berlegen und Innehalten zwingt.</p>
<p>Womit wir wahrscheinlich nah am Effekt von Caspar David Friedrichs Absicht sind: Er lie&#223; in seinen Werken Figuren erhabene Naturkulissen betrachten und sie durch diese das G&#246;ttliche sehen. Je mehr wir &#252;ber Schnee lernen, seine vielen Effekte auf uns sp&#252;ren, desto mehr reizt uns das Material Schnee. Ein Element, das so viel facettenreicher ist als wir es einzusch&#228;tzen vermochten.</p>
<p><em>Personalien</em><br />
<strong>Nils Faarlund (70) aus Skreia</strong> ist Leiter der Norwegischen Hochgebirgsschule und lebt eine Philosophie, die einmalig auf der Welt und typisch ist f&#252;r Norwegen: Friluftsliv. Eine Philosophie, die sich verknappt mit „Drau&#223;en sein um des Drau&#223;en-seins-Willen“ &#252;bersetzen l&#228;sst. Er spricht auf internationalen Kongressen zum Thema Umwelt und Umweltschutz und hat die so genannte „Norwegermethode“ erfunden; eine Art, einen Hang qualitativ auf Lawinengefahr einzusch&#228;tzen.<br />
<strong>Grete Smedal (60) aus Bergen</strong> ist Professorin an der Kunsthochschule in Bergen und doziert in der Fachrichtung f&#252;r spezialisierte Kunst. Gemeinsam mit ihrem Kollegen, Professor Rolf Herrmansen hat sie das internationale Schneeseminar begr&#252;ndet. Die Motivation: Die Professoren suchten ein Material f&#252;r ihre Studenten, aus dem sich beliebige Modelle anfertigen lie&#223;en und in Massen vorhanden war: Schnee.</p>
<p><em>Reiseinfo</em><br />
Die Lufthansa fliegt ab M&#252;nchen ab 99 Euro nach Oslo; von dort aus f&#228;hrt die Bergenbahn. Info unter: <a href="http://www.lufthansa.de/">www.lufthansa.com</a> und <a href="http://www.nsb.no/">www.nsb.no</a>.<br />
Informationen zum Hotel und zur Ortschaft Finse: <a href="http://www.finse.com">www.finse.com</a></p>
<p><em>Fotos: Christoph Ulrich</em></p>
<p><em>2007 in gek&#252;rztert Version erschienen im Reiseteil von tz./M&#252;nchner Merkur</em></p>
<p><em>2009 in Tagebuch-Version erschienen im Husk Magazin #5</em></p>
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