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	<title>das textwerk. &#187; Porträt</title>
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		<title>Nicole Tafertshofer: Zufriedenheit als Lernziel</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 07:59:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zufriedenheit. Dieses Wort f&#228;llt oft, wenn Nicole Tafertshofer von sich erz&#228;hlt. „Wenn man auf dem Land aufw&#228;chst, lernt man das Zufriedensein“, sagt sie zum Beispiel. Oder &#252;ber sich selbst: „Ich bin einer dieser Menschen, die zufrieden sein k&#246;nnen mit dem, was sie haben.“ Die 33-j&#228;hrige Diplom-Sozialp&#228;dagogin sitzt in der K&#252;che des Weilheimer Jugendhauses „Come in“ und<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2011/08/09/nicole-tafertshofer-zufriedenheit-als-lernziel/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Tafertshofer-Come-in_4387.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-2781" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Tafertshofer-Come-in_4387-1024x687.jpg" alt="" width="614" height="412" /></a></p>
<p>Zufriedenheit. Dieses Wort f&#228;llt oft, wenn Nicole Tafertshofer von sich erz&#228;hlt. „Wenn man auf dem Land aufw&#228;chst, lernt man das Zufriedensein“, sagt sie zum Beispiel. Oder &#252;ber sich selbst: „Ich bin einer dieser Menschen, die zufrieden sein k&#246;nnen mit dem, was sie haben.“ Die 33-j&#228;hrige Diplom-Sozialp&#228;dagogin sitzt in der K&#252;che des Weilheimer Jugendhauses „Come in“ und gibt Einblick in ihr bisheriges Leben und ihre Karriere – und, warum sie dem Jugendhaus bis zur Rente erhalten bleiben m&#246;chte.</p>
<p>Es sind drei Gesichtspunkte, unter denen man ihr Leben betrachten kann: der berufliche, der sportliche und der etwas strikter geh&#252;tete, private. Alles beginnt 1978 in Pei&#223;enberg, wo sie als Tochter von Rosemarie und Helmut Kustermann geboren wird. Auf die Grundschule folgt das Weilheimer Gymnasium, das sie nach der achten Klasse in Richtung Realschule verl&#228;sst. Danach absolviert sie die Fachoberschule (Fachrichtung Soziales). Ihre Berufsw&#252;nsche wechseln mit den Schulformen: aus „Lehrerin“ (Sport, Englisch) wird „Polizistin“ – F&#228;cher wie „Psychologie“ und „P&#228;dagogik“ wecken das Interesse an der sozialen Arbeit. Nach einem kurzen Abstecher in die Welt der professionellen Fotografie besinnt sie sich auf ihre intensivsten Vorlieben und bewirbt sich bei der &#214;kumenischen Sozialstation Pei&#223;enberg f&#252;r ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), das ausschlie&#223;lich positive Erinnerungen hinterl&#228;sst.</p>
<p>„Ich war in der Kurzzeitpflege, bei „Essen auf R&#228;dern“ oder auf Freizeiten mit Behinderten eingesetzt“, erz&#228;hlt Tafertshofer. „Dabei ist mir klar geworden, wie viele Seiten der Beruf ,Sozialp&#228;dagogin’ hat.“ Sie ist durchaus verwundert &#252;ber das Ergebnis ihrer beruflichen Suche: „Grunds&#228;tzlich bin ich eher introvertiert, und brauch’ ein bisschen, bis ich mit Leuten warm werde.“ W&#228;hrend ihres Studiums an der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern – genauer gesagt, w&#228;hrend ihres Praxissemesters in Ulm, wo sie mit substituierten Drogenabh&#228;ngigen arbeitete –, r&#228;umt sie aber alle Zweifel aus dem Weg und ist nun, nach sieben Jahren im Beruf, mehr als zufrieden. „Ich m&#246;chte nichts anderes machen“, sagt sie. Die Arbeit mit den Jugendlichen, ob an ihrer ersten Arbeitsstelle, den Weilheimer SOS Kinder- und Jugendhilfen, oder nun im „Come in“, sei ihr Erf&#252;llung und lasse Freiraum f&#252;r ihre sportlichen Unternehmungen und, wichtiger, f&#252;r die Familie.</p>
<p>Womit Punkt zwei angeschnitten w&#228;re: der Sport. In j&#252;ngerer Vergangenheit gingen Tafertshofers Triathlon-Leistungen beim „Post SV“ durch die Presse, viel raumgreifender ist allerdings ihre Karriere als Fu&#223;ballerin, deren Grundstein sie im Alter von 10 Jahren legte. „Schuld daran ist mein Bruder Helmut, der mich &#252;berall hin mitgenommen hat“, sagt sie halbernst. Zwar habe sie, die kleine Schwester, auf dem Weg zur Bushaltestelle einen „Sicherheitsabstand“ zu ihm einhalten m&#252;ssen – Fu&#223;ball habe sie trotzdem mit seiner Clique spielen d&#252;rfen. „Mein Freundeskreis waren immer Buben“, sagt sie, „und wir waren immer drau&#223;en unterwegs, bei jedem Wetter“. Ihre Begeisterung f&#252;r Bewegung verhalf ihr innerhalb k&#252;rzester Zeit zu gr&#246;&#223;eren Erfolgen, denen die Schule &#252;brigens manchmal untergeordnet war. Gymnasiallehrer, die sie wegen ihres bayerischen Dialekts und ihrer Pei&#223;enberger Herkunft abkanzelten („Heute w&#252;rde das unter Mobbing laufen“), trugen das Ihre zum Schulwechsel bei. Doch mit derartigen Gedanken h&#228;lt sich Tafertshofer nicht lang auf.</p>
<p>„Am 3. Juni 1988 habe ich mein erstes Spiel f&#252;r die Pei&#223;enberger E-Jugend gespielt“, erinnert sie sich. „3:2 gegen Peiting“, f&#252;gt sie an und erst z&#246;gerlich verr&#228;t sie, dass sie dabei „als das neue M&#228;dchen in der Bubenmannschaft“ gleich mal zwei Treffer besteuerte. Es folgten Jahre als St&#252;rmerin beim SC B&#246;bing und ASV Eglfing und sp&#228;ter, w&#228;hrend ihrer Zeit in Ulm, beim SV Jungingen in zweith&#246;chsten Liga bundesweit. Auch das Leben geriet st&#252;rmisch: „Das waren gro&#223;artige Jahre, vor allem um die Abizeit herum. „Das waren gro&#223;artige Jahre, vor allem um die Abizeit herum. Party, Weggehen&#8230;“, erz&#228;hlt sie – und gibt zu, dass sie auch deshalb zwei Angebote der FC Bayern-Talentscouts ausschlug: „Erstens bin ich L&#246;wen-Fan“, grinst sie, und f&#252;gt an: „Und zweitens h&#228;tten mir drei Mal die Woche Training in M&#252;nchen die Freiheit genommen.“ Damit offenbart sie einen wesentlichen Charakterzug. Die 33-J&#228;hrige lebt im Hier und Jetzt, und genie&#223;t, was sie hat. Und zum Genuss geh&#246;rt der richtige Rahmen.</p>
<p>Das passende Umfeld f&#252;r ihr privates Gl&#252;ck fand sie in Huglfing, wo sie mit ihrem Mann Schorsch und den Kindern Moritz (geb. 2006) und Lena (geb. 2008) im Eigenheim wohnt. Im Herzen ist sie aber Pei&#223;enbergerin geblieben, und getreu dem elterlichen Vorbild bescheiden. „Klar h&#228;tte es auch ein Haus am G&#246;gerl in Weilheim sein d&#252;rfen, aber wir wollen nicht unser Leben lang f&#252;r ein Geb&#228;ude arbeiten – wir wollen was von unserem Leben und Zeit f&#252;r die Familie haben“.</p>
<p>Das ist &#252;brigens auch der Grund, wieso sie das Angebot der Stadt, die Jugendhaus-Leitung zu &#252;bernehmen, ausgeschlagen habe. „Daf&#252;r hab’ ich zugesagt, dass ich bis zur Rente meine Teilzeitstelle im Jugendhaus behalten will“, lacht sie. Die flexiblen Arbeitszeiten passen gut zum Schichtdienst ihres Mannes bei der Polizei und lassen mir Raum f&#252;r Sport.</p>
<p>Ihre sportliche Begeisterung gibt sie auch an die Jugendhausbesucher weiter. Sie trainierte eine Gruppe f&#252;r den Weilheimer Au-Lauf. „Man kann Freude am Sport nicht lehren“, sagt sie, „man muss sie vorleben“. Vermutlich lernen die Weilheimer Jugendhaus-Besucher auf diesem Weg auch noch, was Zufriedenheit bedeutet.</p>
<p><em>Erscheinen am 17. Juni im 2011 in Weilheimer Tagblatt und Penzberger Merkur, Foto mit freundlicher Genehmigung von Emanuel Gronau (<a href="http://www.foto-gronau.de">www.foto-gronau.de</a>).</em></p>
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		<title>Andreas Rall: Das musikalische &#8220;Pei&#223;enberger Phantom&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 08:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rall-Andreas-Portrait_9648.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-2421" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rall-Andreas-Portrait_9648-1024x667.jpg" alt="" width="614" height="400" /></a></p>
<p>Behutsam legt Andreas Rall die saitenlose E-Gitarre auf die Werkbank und streicht ihr &#252;ber den Hals, w&#228;hrend er sich in Gedanken umdreht. „Wo hab’ ich blo&#223; dieses Werkbuch?“, kratzt er sich am Hinterkopf. Kurz darauf ist er mit jenem Buch zur&#252;ck, das einst den Grundstein f&#252;r seine Leidenschaft legte: „Werkbuch f&#252;r Jungen“, hei&#223;t der backsteindicke W&#228;lzer. Zwischen „Modellschiff“ und „Zweitakter“ befindet sich irgendwo die Bauanleitung f&#252;r eine E-Gitarre – Ralls erster Schritt in Richtung eines Hobbys, das ihn nun in die Selbstst&#228;ndigkeit f&#252;hrte. Doch von vorn.</p>
<p>Andreas Rall blickt aus dem Fenster auf die Pei&#223;enberger Hauptstra&#223;e. Im Erdgeschoss, wo fr&#252;her t&#228;towiert wurde und noch viel fr&#252;her Schneidermeister Knoll den jungen Pei&#223;enbergern in den ersten Anzug half, befindet sich seine Werkstatt und im R&#252;ckgeb&#228;ude der Grund, warum „Rall Guitars“ aus Pei&#223;enberg zum festen Begriff bei Gitarrenmanufakturen avanciert ist: das Lager mit Gitarrenbau-Zubeh&#246;r und Ersatzteilen. Seine teils selbstentworfenen Produkte versendet Rall zum Beispiel an „Rockinger“ oder Spezialisten aus spanischen Gitarrenhochburgen. Die Renner sind ein selbst entworfener Schleifblock, eine modifizierte Bunds&#228;ge und ein Spannblock f&#252;r Zargen. Rall deutet auf einen zerlesenen Katalog: „Ein Stewart McDonald bin ich noch nicht &#8211; aber da m&#246;chte ich hin“, bietet er dem amerikanischen Weltmarktf&#252;hrer die Stirn.</p>
<p>Und es liegt an der sympathisch-hinterk&#252;nftigen Art des 43-J&#228;hrigen, dass man nicht wei&#223;, ob er das jetzt ernst meint oder nicht. Schaut man aber auf sein bisheriges Leben, w&#252;rde man es ihm jedenfalls zutrauen. Geboren in Memmingen als Zweit&#228;ltester von vier Kindern, zieht der Sohn eines Sozialp&#228;dagogen alle paar Jahre um, bis die Familie vom Schwarzwald &#252;ber Mittenwald nach Murnau kommt. Dem Dialekt nach wurde Rall wesentlich gepr&#228;gt im Werdenfels – ein „Verdienst“ seiner Mittenwalder Mitsch&#252;ler: „Die haben mich gewaltig hergewatscht wegen meiner badischen Goschen.“ Zur Selbstverteidigung eignete sich der damalige Ministrant sauberstes Bayerisch an. Sein angenehmes Idiom ist nur einer der Gr&#252;nde, wieso man ihm gern zuh&#246;rt.</p>
<p>Zum Beispiel, wenn er von seiner K&#228;lteanlagenbauer-Lehrzeit erz&#228;hlt, die er trotz Widrigkeiten als Innungs-Sieger abschloss. Auf die Idee, Feinwerktechnik an der FH M&#252;nchen zu studieren, kam er bei der Bundeswehr: „Der Dienst fiel in die Zeit nach ,Wiebke’ und ich bin monatelang mit Motors&#228;ge im Wald gestanden.“ Danach sei ihm nach geistigem Kontrastprogramm gewesen. Den Barras verlies er &#252;brigens als Scharfsch&#252;tze, ohne je mit einem entsprechenden Gewehr geschossen zu haben. „In die Papiere mussten sie ja was reinschreiben“, lacht er.</p>
<p>Nach dem Studium ging die Ingenieurskarriere steil bergauf: Nach kurzer Zeit bei einem Mikrotechnik-Betrieb, geh&#246;rte er zu den Gr&#252;ndungsmitgliedern von „Primacon“ in Pei&#223;enberg, die Gr&#246;&#223;en wie „Rolex oder „Mont Blanc“ mit Pr&#228;zisionsmaschinen ausstattete. Doch nach dieser Zeit als Entwicklungsingenieur im Maschinenbau musste er weiter in die Welt ging zu „Siemens“. Dort stieg er schnell auf, arbeitete 13 Jahre unter anderem als Inbetriebnahmeingenieur und F&#252;hrungskraft in China, den USA, Brasilien, Malaysia und Singapur – und wurde schlie&#223;lich samt seiner Abteilung wegrationalisiert. Er akzeptierte das als Wink des Schicksals &#8211; und unterschrieb den Aufhebungsvertrag. Denn er hatte ein, beziehungsweise zwei Asse im &#196;rmel.</p>
<p>Die Gitarre aus dem „Werkbuch“ war n&#228;mlich die erste von mittlerweile hunderten, die durch seine H&#228;nde gingen. Der passionierte „Holzwurm“ (er entstammt einer Familie von Schreinern) versuchte sich an der gesamten Pallette von E- bis Westerngitarren. Selbstverst&#228;ndlich ist er ein versierter Spieler – zurzeit aktiv bei „Blues &amp; More“ – jedoch reizt ihn als Ingenieur naturgem&#228;&#223; der Bau und die Entwicklung um ein Vielfaches. Parallel zu Schule, Studium und Job feilte er im Keller an seinem K&#246;nnen. 2007 kr&#246;nte er sein Wissen mit einem Kurs in klassischen Gitarrenbau, im spanischen Siq&#252;enza bei einem der weltweit angesehensten Gitarrenbauern, Jose Romanillos. Sp&#228;testens damals wurde Rall bei den Gitarristen der Region zum Geheimtipp, der gut geh&#252;tet wurde. Nichteingeweihte nannten ihn „Pei&#223;enberger Phantom“ – weil jeder wusste, dass da irgendwer ist, der sein Handwerk aufs Trefflichste versteht. Wo man ihn aber findet, wussten nur wenige. Unter ihnen war etwa der Schauspieler Siegfried Rauch, dessen Jazzgitarre in Ralls Werkstatt nun in Arbeit ist. Oder Bayernblueser Williams F&#228;hndrich, Songwriter Craig Gerber und Cover-Haudegen Byron. Sie alle sch&#228;tzen seine „Wieso sollte das nicht gehen?“-Einstellung, mit der er schon mal Auftr&#228;ge akzeptiert, an die sich sonst niemand traut. Nun nicht mehr im Nebenerwerb, sondern in Vollzeit.</p>
<p>Den Ausschlag, diesen Schritt zu gehen, gab Ralls zweites As im &#196;rmel: die Familie. Denn Rall ist ein Familienmensch durch und durch. Das merkt man sp&#228;testens, als Sohn Leon (11) in die Werkstatt kommt, dem Besucher keck die Geschichte vom v&#228;terlichen Tonholz-Lager in der Murnauer Wohnung erz&#228;hlt und Vater und Sohn jetzt noch schallend &#252;ber die Blicke der Umzugshelfer lachen, die au&#223;er den erwarteten M&#246;beln einen s&#228;uberlich zerlegten Ahornstamm zum Raustragen im Wohnzimmer vorfanden. Cornelia, die Rall nach dem Studium 1998 heiratete, f&#252;hrt die B&#252;cher des Gesch&#228;fts. „Erst hat sie nat&#252;rlich gedacht, die Spinnerei mit der Selbstst&#228;ndigkeit gibt sich wieder – bei M&#228;nnern in meinem Alter sei das ganz normal&#8230;“, grinst er. Unterst&#252;tzt hat sie ihn aber zu jeder Zeit, genauso wie der 20-j&#228;hrige Sohn Philipp.</p>
<p>Und Rall bereut den Schritt keine Sekunde: „Als Berufsreisender siehst Du die Welt“, sagt er, „aber Deine eigene Familie siehst du nie.“ Das ist jetzt anders – k&#252;rzlich haben ihm seine S&#246;hne beim Bau einer Absauganlaganlage f&#252;r die Werkstatt geholfen. „Das ist einfach toll, die Familie die ganze Zeit ganz nah um mich zu haben“, sagt er. Und blickt gleichzeitig liebevoll auf die Gitarren in seiner Werkstatt, w&#228;hrend er das „Werkbuch“ zur&#252;ck ins Regal stellt.</p>
<p><em>Erschienen am 28. Januar 2011 im Weilheimer Tagblatt, Foto mit freundlicher Genehmigung von Emanuel Gronau (</em><a href="http://www.fotogronau.de" target="_blank"><em>www.fotogronau.de</em></a><em>).</em></p>
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		<title>Daniel Witt: Berliner Weilheimer mit Schuss</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 13:52:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Ruf der Kunst ereilte Daniel Witt aus P&#228;hl noch vor dem Abitur: Er verlie&#223; das Gymnasium Weilheim nach der 12. Klasse, um in Berlin als Assistent einer koreanischen Bildhauerin anzufangen. Heute ist der 23-J&#228;hrige Kurator eines Trash-Art-Museums. Ein besetztes Haus mitten in Schwabing? Der Ort f&#252;r das Treffen mit Daniel Witt k&#246;nnte nicht passender<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2010/07/09/daniel-witt-berliner-weilheimer-mit-schuss/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/001-Daniel-und-Werk1.jpg"></a></em></p>
<p><em><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/001-Daniel-und-Werk.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1784" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/001-Daniel-und-Werk-1024x648.jpg" alt="" width="516" height="327" /></a></em></p>
<p><em>Der Ruf der Kunst ereilte Daniel Witt aus P&#228;hl noch vor dem Abitur: Er verlie&#223; das Gymnasium Weilheim nach der 12. Klasse, um in Berlin als Assistent einer koreanischen Bildhauerin anzufangen. Heute ist der 23-J&#228;hrige Kurator eines Trash-Art-Museums.</em></p>
<p>Ein besetztes Haus mitten in Schwabing? Der Ort f&#252;r das Treffen mit Daniel Witt k&#246;nnte nicht passender gew&#228;hlt sein: Nach Jahren in Berlin f&#252;hrte eine Ausstellung in der „Rep&#252;blik“ an der Ursulastra&#223;e den in P&#228;hl Aufgewachsenen nach Bayern. Mit einer Mappe voller Bilder, einem Koffer und einem Riesenwollkn&#228;uel unter dem Arm gestaltete Daniel Witt als einer von sechs K&#252;nstlern bei einer Gemeinschafts-Schau namens „Inglorious Arts“ ein Zimmer einer besetzten ehemaligen Schule, die als Kunsthaus benutzt wird. So wie ein besetztes Haus in M&#252;nchens Nobelviertel passt, m&#252;sse man sich Daniel Witt in einer 12. Klasse in Weilheim vorstellen, sagen seine Freunde: nett, aber irgendwie v&#246;llig unpassend.</p>
<p>In weite Klamotten gewandet, begr&#252;&#223;t der Schlacks seine Besucher &#252;berschw&#228;nglich und freut sich aufrichtig &#252;ber das Interesse an seinen Arbeiten. Gestenreich erkl&#228;rt er das &#252;berdimensionierte Spinnennetz, das er durch das halbe Zimmer gespannt hat und in dem er seine Malereien, Rohrfederzeichnungen und Kunstharzobjekte geh&#228;ngt hat. Zerbrechlichen Fliegen gleich, h&#228;ngen sie frei schwingend im Gewebe – die Rolle der Spinne spielte Witt selbst: Seine im Netz baumelnden Werke k&#246;nnte man als eingefangene Gedanken seiner galoppierenden Fantasie interpretieren. Blickt man auf die Zeichnungen teilweise verst&#246;rend zugerichteter K&#246;rper auf Karton, aus Kosmetikm&#252;ll modellierten „Sch&#246;nheitsg&#246;ttinnen“-Skulpturen, die allerdings mit klassischem &#196;sthetikempfinden wenig zu tun haben (sollen), dann wird schnell klar, warum der Wahlberliner nicht gemacht ist f&#252;r eine geradlinige Karriere. Mit 18 Jahren zog er nach Berlin, weil er das dringende Bed&#252;rfnis versp&#252;rte, mehr Zeit mit der Kunst zu verbringen. Er fing bei der Bildhauerin Hyun Ju-An als Assistent im renommierten Kunsthaus Tacheles an. „Dabei habe ich viel gelernt und f&#252;r meine eigenen Mappen gearbeitet“, sagt er. W&#228;hrend er das Max-Planck-Gymnasium Berlin (Leistungskurse: Kunst, Englisch) mit einem Schnitt von 1,9 abschloss, organisierte er Ausstellungen – so wie er das bereits in Weilheim getan hatte. Mittlerweile ist er Kurator und k&#252;nstlerischer Leiter f&#252;r das „MocTA-Museum of Contemporary TrashArt“, drehte mit dem ebenfalls in Berlin lebenden Weilheimer Nicolas Kamenisch Musikvideos f&#252;r Hip-Hop-Bands und wirkte bei Filmprojekten und Ausstellungen mit. Seit Oktober 2009 studiert er an der Freien Universit&#228;t Berlin Kunstgeschichte, Politik und Psychologie.</p>
<p>„Ich versuche, &#252;ber den Trash-Gedanken einen eigenen Platz in der Kunst zu finden“, umrei&#223;t er seinen eigenen Status – und l&#228;dt ein, auf dem Boden unter dem Fadengespinst Platz zu nehmen: „Kunst ist f&#252;r mich nicht ein unantastbares Bild an der Wand“, betont er und reicht ein kleines, aus einer Hakenkreuzfahne gen&#228;htes Stoffschwein. Den entsetzten Blick hat er erwartet: „Das ist mein ,Nazischwein’“. Den Bruchteil einer Sekunde zuvor hat es im Kopf des frischgebackenen Schweinehalters „klick“ gemacht; ein Effekt, den Witts Kunst oft ausl&#246;st. Etwa beim Stoffhasen mit einigen Kameras um den Hals, dem „Stasihasi“. Oder besagter Sch&#246;nheitsg&#246;ttinnen-Skulptur. Oder dem Netz, dessen Sinn man erst erf&#228;hrt, wenn man aufsteht und sich drin verf&#228;ngt: „Wenn jetzt noch einer drinh&#228;ngt“, freut sich Witt – der Besucher ab und an auch mit der Schere befreien muss – „dann zieht einer an und der andere sp&#252;rt die Wirkung direkt, wenn er sich noch weniger bewegen kann.“ F&#252;r ihn eine Parabel auf scheinbar kuriose Zusammenh&#228;nge im Leben, das einen Weilheimer mit Schuss – im positiven Sinn nat&#252;rlich – schon mal nach Berlin f&#252;hren kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/005-Werk-Mann.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1786" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/005-Werk-Mann-206x300.jpg" alt="" width="206" height="300" /></a></strong></p>
<p><strong>Daniel Witts Kunst</strong><br />
kann man unter anderem noch bis 8. August 2010 im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung mit Didi Rausch, Gisela Hicks, G&#252;nter Seubert, Sebastian Huber, Sabine Tiefenthaler und Klaus Illmann in der Galerie auf Zeit an der M&#252;nchner Stra&#223;e in Weilheim sehen: Mo, Do, Fr 16-20; Sa/So, 11-16 Uhr.</p>
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		<title>Rainer Fabich: Komponist, Musiker und Dozent f&#252;r Filmmusik</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 23:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rainer Fabich kommt mit dem Radl. Nicht, dass man ernsthaft erwartet h&#228;tte, ein Chauffeur f&#252;hre den 48-J&#228;hrigen Weilheimer im opulent ausgestatteten Bentley zum Gespr&#228;chstermin. Und doch muss man unumwunden zugeben, dass man irgendwie doch einem von den Medien gepflegten Bild aufgesessen ist, nachdem ein Komponist, Musiker und Dozent f&#252;r Filmmusik mittleren Alters zwangsl&#228;ufig im Geld<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2010/04/07/1258/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rainer-Fabich_0124.jpg"></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rainer-Fabich_0124.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1320" title="(c) Emanuel Gronau" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rainer-Fabich_0124-780x1024.jpg" alt="" width="468" height="614" /></a></p>
<p>Rainer Fabich kommt mit dem Radl. Nicht, dass man ernsthaft erwartet h&#228;tte, ein Chauffeur f&#252;hre den 48-J&#228;hrigen Weilheimer im opulent ausgestatteten Bentley zum Gespr&#228;chstermin. Und doch muss man unumwunden zugeben, dass man irgendwie doch einem von den Medien gepflegten Bild aufgesessen ist, nachdem ein Komponist, Musiker und Dozent f&#252;r Filmmusik mittleren Alters zwangsl&#228;ufig im Geld schwimmen muss. Ein Bild, das mehrere Leute haben, wie Fabich sp&#228;ter best&#228;tigt: „Die Leute denken immer, ein K&#252;nstler ist entweder bettelarm oder stinkreich.“ Dass man auch „ganz regul&#228;r beruflich komponieren kann, glauben die wenigsten“, wundert er sich. Bei einem gem&#252;tlichen Abendessen erz&#228;hlt der Weilheimer von seinem k&#252;nstlerisch umfangreichen und privat stillen Leben – und zeichnet so ein Bild, das mit so manchem Stereotyp aufr&#228;umt.</p>
<p>Zum Beispiel wird schnell deutlich, dass Flei&#223; und Umtrieb zu den herausragenden Eigenschaften des Profimusikers z&#228;hlen m&#252;ssen – und nicht der Hang zu Pomp. Wer den Eintrag der Online-Enzyklop&#228;die „Wikipedia“ &#252;ber Fabich zur Hand nimmt, stellt fest, dass dort allein eine Werks-Auswahl locker zwei DinA 4-Seiten f&#252;llt. Neun CDs und scheinbar zahllose Filmmusiken z&#228;hlen ebenso zu seinem Schaffen wie H&#246;rspiele, Klanginstallationen und B&#252;cher &#252;ber Filmmusik – ein Fach, in dem Fabich seit 1998 &#252;brigens an der Hochschule f&#252;r Film und Fernsehen M&#252;nchen doziert. Ausz&#252;ge aus seinem Wissen schrieb er au&#223;erdem in zwei B&#252;cher und zahlreiche Essays – und begr&#252;ndete so seinen internationalen Ruf Filmmusik-Experte, der ihm Gastreferenten-Einladungen nach Berlin, Trient und Wien einbrachte.</p>
<p>Zeigt man sich angesichts solcher Referenzen beeindruckt, wiegelt Fabich ab: „Filmmusik-Experte ist man schnell, da gibt’s nicht so viele“, sagt er zum Beispiel. Tats&#228;chlich ist er ein zur&#252;ckhaltender Mensch – der in Steingaden Geborene gemahnt auch eher an einen gem&#252;tlichen Schwabinger K&#252;nstler als an einen branchentypischen Aufschneider. Fabich gestikuliert wenig, denkt analytisch und wei&#223; zur rechten Zeit eine Anekdote einzustreuen; ihm zuzuh&#246;ren ist ein Vergn&#252;gen. Auch, wenn angesichts eines so bewegten Lebens viel zu ordnen bleibt: Rainer Fabich, der mit Gattin Ulrike und zwei Kinder im Westen Weilheims lebt, kommt als mittlerer von drei Br&#252;dern zur Welt; Vater Alfred – ein Schulrektor und Organist – nimmt die S&#246;hne Fred, Rainer und Nico bei den ersten musikalischen Schritten am Klavier an Hand. Die Familie von Weyarn nach Weilheim, wo der Onkel, Toni Fabich, dem Neffen Rainer Klarinettenunterricht gibt. Am Gymnasium Weilheim spielt Fabich in zahlreichen Bands, („Take Five“, „Parzival“ oder „Downtown Dixie Stompers“) Saxofon, Klarinette und Keyboard. Noch w&#228;hrend der Kollegstufe ist er Gaststudent an der Hochschule f&#252;r Musik M&#252;nchen mit Hauptfach Klarinette, nach dem Abitur durchl&#228;uft er dort ein Instrumentalmusik-Studium (Klarinette, Nebenfach: Klavier) und bildet sich freiwillig in Musiktheorie weiter.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rainer-Fabich_0098.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1321" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Rainer-Fabich_0098-300x256.jpg" alt="(c) Emanuel Gronau" width="300" height="256" /></a></p>
<p>Nebenbei jobbt er bei Promi-Produzent Ralf Siegel in dessen „Jupiter-Studios“ und kn&#252;pft dort Kontakte zu deutschen Pop-Gr&#246;&#223;en. Beim feierabendlichen Bier in den Kneipen Schwabings – wo Fabich heute noch &#252;ber den D&#228;chern von M&#252;nchen im eigenen Studio arbeitet – lernt er M&#252;nchens Nachwuchsfilmer kennen. Der Kinobegeisterte komponiert f&#252;r deren Abschlussarbeiten und erh&#228;lt erste Auftr&#228;ge. Nach einem Zweitstudium (Musikwissenschaft), einem k&#252;nstlerischen Diplom (Klarinette), einem Magister Artium und einem Doktor der Philosophie (Doktorarbeit: „Musik f&#252;r den Stummfilm – Analysierende Beschreibung originaler Filmkompositionen“) wendet sich Fabich der selbstst&#228;ndigen Arbeit zu und etabliert sich mit Musik f&#252;r TV- und Kinofilme und unterrichtet au&#223;erdem an der St&#228;dtischen Musikschule Weilheim.</p>
<p>Dass Fabich w&#228;hrend der ganzen Zeit in einigen Fusion-, Jazz- oder New-Wave-Bands aktiv ist, &#252;berrascht nicht weiter – der Vollblutmusiker darf ruhigen Gewissens als Besessener bezeichnet werden. St&#228;ndig arbeitet er an neuen Ideen und verschwendet dabei ungern Zeit. So gr&#252;ndet er schon mal eine eigene Plattenfirma: „Ich hatte es satt, st&#228;ndig bei irgendwelchen Firmen hausieren zu gehen“, echauffiert er sich &#252;ber deren g&#228;ngige Hinhalte-Taktiken. „Derweil hab&#8217; ich schon lang wieder was Neues gemacht.“ Auf „Fajora Music“, 1999 gegr&#252;ndet, sind bisher sechs CDs erschienen – unter anderem „z-minga.de“. „Drauf gekommen bin ich durch die Arbeit an Musik f&#252;r Dokumentationen“. Dabei gehe er so vor: „Ich besch&#228;ftige mich mit der Musik des Handlungsortes und h&#246;re genau hin, aus welchem Instrument welche Tonfolgen kommen.“ Dann erst beginne er zu schreiben. Bei einem Beitrag &#252;ber ihre Heimat etwa h&#228;tten waschechte Iraner ungl&#228;ubig gestaunt, als sie merkten, dass die Musik von einem Deutschen stammt. Der aufblitzende Stolz weicht sofort einer n&#252;chternen Bemerkung; er habe sich gefragt, ob er sich wohl auch so dem Flair der Heimat n&#228;hern k&#246;nnte.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/zminga_gross.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1261" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/zminga_gross-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/z-minga-II_Cover_klein.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1262" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/z-minga-II_Cover_klein-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Das Ergebnis, „z.-minga.de“ und mittlerweile &#8220;z-minga II&#8221;, beweist nachdr&#252;cklich: er kann. Dem beinahe versch&#228;mten Hinweis, dass der Titel „Schuhplattler (Lederhosen dance)“ der ersten Folge beim Internet-Download-Portal „i-tunes“ von Amerikanern besonders gern heruntergeladen werde, folgt ein spitzb&#252;bisches Lachen. &#220;berhaupt lassen die Lachfalten um Fabichs wache Augen schlie&#223;en, dass man es mit einem Schelm zu tun hat – auch die Antwort auf die Frage nach den Hobbys l&#228;sst tief blicken: „Kunst und Feiern“. Der passionierte Ausstellungs-Besucher und Partyg&#228;nger sucht den Ausgleich dazu in der Natur. Wenn er nicht gerade am heimische „Apple“ komponiert oder im M&#252;nchener Studio arbeitet, geht er gern zum Radfahren, Langlaufen, Skifahren oder Wandern. Oder auf Reisen – gerade, erz&#228;hlt er, habe er seinen Kindern Larissa und Markus vorgeschlagen, Ostern in Irland zu verbringen.</p>
<p>Woher Fabich die Zeit f&#252;r das alles nimmt, ist eine gute Frage: Neben seinem Brot-Beruf ist er ehrenamtlich auf h&#246;chster Ebene aktiv: etwa als Vorsitzender der Wertungskommission des GEMA-Aufsichtsrates, als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Komponistenverbands und als Vorstandsmitglied bzw. M&#252;nchener Sektionsleiter des „Composers Club“. Vor knapp einem Jahr begr&#252;ndete er in Madrid den Europ&#228;ischen Komponistenverband (FFACE – Federation Of Film And Audivisual Composers) mit, dem er seither als Repr&#228;sentant Deutschlands angeh&#246;rt.</p>
<p>Und w&#228;hrend Fabich sich lachend auf sein Rad schwingt und zum Abschied winkt, darf man sicher sein, dass ihn schon ein paar Meter weiter wieder etwas treibt – das er in absehbarer Zeit zu Ende und Geh&#246;r bringen wird.</p>
<p><em>Text: Christoph Ulrich, Fotos: Emanuel Gronau (2), privat (2). Mehr Informationen unter <a href="http://www.fotogronau.de" target="_blank">www.fotogronau.de</a></em></p>
<p><em>Erschienen in gek&#252;rzter Form in &#8220;Weilheimer Tagblatt&#8221; und &#8220;Penzberger Merkur&#8221;.</em></p>
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		<title>Max Frankl: Die Liebe zur Jazzgitarre</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 14:54:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#220;ber die Big Bands des Gymnasiums Weilheim ins Landesjugendjazzorchester, danach via &#8220;Harald R&#252;schenbaum Jazz Orchester&#8221; ins Bundesjugendjazzorchester. Parallel dazu ein Hauptgewinn bei &#8220;Jugend jazzt&#8221; als<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2010/02/19/max-frankl-die-liebe-zur-jazzgitarre/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/head_home.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1111" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/head_home-300x85.jpg" alt="" width="300" height="85" /></a></p>
<p>&#220;ber die Big Bands des Gymnasiums Weilheim ins Landesjugendjazzorchester, danach via &#8220;Harald R&#252;schenbaum Jazz Orchester&#8221; ins Bundesjugendjazzorchester. Parallel dazu ein Hauptgewinn bei &#8220;Jugend jazzt&#8221; als Solist und der Gewinn des Bundeswettbewerbs mit seiner Band &#8220;Frankzone&#8221;, als Folge eine CD namens &#8220;1&#8243; und danach eine Solo-CD (&#8220;Sturmvogel&#8221;) auf dem renommierten &#8220;JazzThing&#8221;-Label.</p>
<p>Umreisst man Max Frankls Musiker-Karriere grob, liest sie sich wie die klassische Geschichte vom talentierten Musiksch&#252;ler, der es mit ein wenig &#220;ben zu Lorbeeren gebracht hat. Offensichtlich ist Flei&#223; das Erfolgsrezept, wie bei einem Treffen mit dem Student der Hochschule f&#252;r Musik Basel klar wird. Der 23-J&#228;hrige hat nach einer kurzen Nacht bei seinen Eltern in Etting bei Weilheim und vor dem Auftakt zur CD-Promotion-Tour am Abend in Rosenheim zwei ruhige Stunden im Café, um von seinem Werdegang als Profi-Jazzer zu erz&#228;hlen.</p>
<p>&#8220;Ich war kein Shooting-Star, wirklich nicht&#8221;, macht er h&#246;flich l&#228;chelnd klar &#8211; &#8220;im Gegenteil&#8221;. Erst in der sechsten Klasse habe ihn ein Big-Band-Konzert dazu inspiriert, Gitarrenstunden zu nehmen. Zun&#228;chst klassisch ausgebildet, wechselte er das Instrument und die Stilrichtung: er wandte sich E-Gitarre und Jazz zu. Bald stieg er in die schuleigenen Big Bands ein. Seine Freunde standen seinem Talent damals noch skeptisch und wenig charmant gegen&#252;ber. Als er zum Beispiel seine neue Jazz-Gitarre, eine &#8220;Gibson ES 335&#8243;, pr&#228;sentierte, fragten sie ihn, was denn ausgerechnet er mit so einer teuren Gitarre wolle.</p>
<p>Er lacht verschmitzt, nimmt einen Schluck Cappuccino und f&#252;gt beinahe sich entschuldigend an: &#8220;Damals konnte ich noch nicht so gut spielen.&#8221; Ab der neunten Klasse sei sein K&#246;nnen schnell besser geworden. Doch nicht allein die Liebe zu Gitarren, sondern auch ein gewisser Fanatismus beim &#220;ben lie&#223;en den &#8220;Guns n&#8217; Roses&#8221;-, &#8220;Red Hot Chili Peppers&#8221;- und &#8220;Nirvana&#8221;-Fan besser werden. Der eingangs genannte Aufstieg in der Big-Band-Szene folgte; parallel lebte Frankl seine Leidenschaft f&#252;r verzerrt-dynamischen Rock mit seinen Freunden in den Weilheimer Bands &#8220;ByOrganic&#8221; und &#8220;Miranda&#8221; aus. Diese Vorliebe l&#228;sst er auch bisweilen beim &#8220;Frankzone&#8221;-CD-Deb&#252;t &#8220;1&#8243; durchblitzen; auch hier fegt gelegentlich eine f&#252;r Jazz recht untypisch stark verzerrte Gitarre &#252;ber die filigranen und dynamisch groovenden Songs seiner f&#252;nfk&#246;pfigen, preisgekr&#246;nten Formation.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Max-Frankl.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1112" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/Max-Frankl-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Wenn Frankl erz&#228;hlt, tut er dies wohl&#252;berlegt. Offensichtlich verf&#252;gt &#252;ber die seltene F&#228;higkeit, eigene Schw&#228;chen n&#252;chtern zu erkennen. Vieles, erz&#228;hlt er, sei durch seine Liebe zur Musik anders geworden: &#8220;Meine Musik ist mir wahnsinnig wichtig, andere Dinge mussten da manchmal drunter leiden.&#8221; Dies sollte ihm bei seiner Jazz-Karriere aber zu keinem Nachteil gereichen, eher im Gegenteil: Frankl gewinnt noch w&#228;hrend der 13. Klasse den Landesentscheid &#8220;Jugend jazzt&#8221; und wird mit Band eine Runde weiter geschickt. Sie gewinnen einen von vier Hauptpreisen beim Bundeswettbewerb &#8220;Jugend jazzt 2003&#8243; in Bonn: eine komplette CD-Produktion.</p>
<p>Zusammen mit Pianistin Andrea Hermenau, Trompeter Magnus Schriefl, Bassist Benny Sch&#228;fer und Schlagzeuger Peter Gall geht Frankl im September 2004 in die Bonner Studios des &#8220;Deutschlandfunk&#8221; und 13 Monate sp&#228;ter pr&#228;sentiert er die CD (erschienen beim renommierten Jazz-Label &#8220;Mons Records&#8221;), die sich vor dem Start im Handel bisher schon etwa 150 Mal verkaufte und zahlreiche, bisweilen hymnische Kritiken einfuhr.</p>
<p>Dass sein gro&#223;es Idol, sein Mentor und Freund, Johannes Enders, darauf die Saxofonparts beisteuert, freut Frankl noch heute derartig, dass sein typisches Grinsen noch breiter wird: &#8220;Das passt wie die Faust aufs Auge! Irgendwie habe ich beim Songschreiben auch an ihn und seine Art zu spielen gedacht&#8221;, erz&#228;hlt er. Enders war es &#252;brigens auch, der Frankl zu Privat-Unterricht bei seinem zweiten Idol, Wolfgang Muthspiel, einem der heute wichtigsten Jazz-Gitarristen &#252;berhaupt, verhalf.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/MFQ@Unterfahrt-Muenchen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1113" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/MFQ@Unterfahrt-Muenchen-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Frankl wechselte daraufhin vom &#8220;Conservatorium van Amsterdam&#8221; nach Basel und studiert dort seitdem. Das Leben als Vollzeitmusiker gef&#228;llt ihm, und w&#228;hrend er noch davon erz&#228;hlt, wie er mit Gitarrenunterricht und Auftritten finanziell weitgehend auf  eigenen Beinen steht, kann man sich des Gef&#252;hls nicht erwehren, dass hier jemand seine Leidenschaft zum Job gemacht hat. Und mit dieser Entscheidung mehr als gl&#252;cklich lebt. Frankl best&#228;tigt diesen Eindruck mit ruhiger, aber fester Stimme: &#8220;Ich musste f&#252;r meinen Weg hart k&#228;mpfen, meine Pl&#228;ne immer wieder verteidigen.&#8221; Jetzt sei er auf dem Weg und bereit, ihn zu gehen.</p>
<p>In einem Nebensatz und beinahe aus Versehen erw&#228;hnt er den n&#228;chsten Wunsch-Stopp auf seinem Weg zum Jazz-Spitzenmusiker: New York. &#8220;Ich bin &#252;berzeugt, dass man Jazz nur bedingt an einer Hochschule erlernen kann; ich glaube, man muss ihn sich erspielen.&#8221; Deswegen m&#246;chte er in die Jazz-Hauptstadt schlechthin. Und man kann ihn sich vorstellen, den schlaksigen jungen Mann, der sich gerade auf den Weg zu seinem Frankzone-Tour-Start macht, wie er mit Gitarrenkoffer durch die H&#228;userschluchten Manhattans geht. Im Koffer liegt &#252;brigens immer noch jene &#8220;Gibson ES 335&#8243;, die ihm seine Freunde nicht so recht zutrauen wollten.</p>
<p><em>Erschienen 2005 im Weilheimer Tagblatt. Fotos: <a href="http://www.maxfrankl.de" target="_blank">www.maxfrankl.de</a></em></p>
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		<title>Rainer W&#246;ffler: Ein Leben f&#252;r den Blues</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 17:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ausgerechnet Rory Gallagher! Ausgerechnet eine Platte jenes Gitarristen, &#252;ber den Jimi Hendrix gesagt haben soll, dass er, die Legende, ihm nicht das Wasser reichen k&#246;nne,<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2010/01/15/rainer-woeffler-ein-leben-fuer-den-blues/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/rainerwoeffler-bar-klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-980" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/rainerwoeffler-bar-klein-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a></p>
<p>Ausgerechnet Rory Gallagher! Ausgerechnet eine Platte jenes Gitarristen, &#252;ber den Jimi Hendrix gesagt haben soll, dass er, die Legende, ihm nicht das Wasser reichen k&#246;nne, suchte sich Rainer W&#246;ffler aus, um Gitarre spielen zu lernen. Der 45-J&#228;hrige sitzt im gem&#252;tlichen Musikkeller seines Hauses, umgeben von zig Gitarren und etwa 2000 Platten, und erz&#228;hlt, wie er sich Gitarrespielen beigebracht hat. Um damit den Grundstein zu legen f&#252;r eine Karriere, die ihn zum bundesweit gefragten Experten f&#252;r historische Gitarren werden lie&#223;, speziell Resonatorgitarren, und das Thema „Blues“, speziell „Vorkriegsblues“. Nebenbei ist er als Musiker aktiv, au&#223;erdem buchte er bisher f&#252;r das „NBO-Café“ in Raisting knapp 150 Konzerte.</p>
<p>Es ist ein Weg, der von Widerstand gepr&#228;gt war. Aufgewachsen im saarl&#228;ndischen Dudweiler, das mittlerweile zu Saarbr&#252;cken geh&#246;rt, stie&#223; er im Elternhaus auf wenig Begeisterung, als er sich ein Schlagzeug w&#252;nschte. Er kaufte „aus Trotz“ f&#252;r f&#252;nf Mark einem Klassenkameraden eine Gitarre ab und begann, zu eigens aus Amerika importierten Platten erste musikalische Schritte zu gehen. Platten, die der Gitarren-Star Gallagher in einem Interview als seine zehn Lieblingsbluesplatten beschrieb. So arbeitete sich der 13-j&#228;hrige W&#246;ffler zwischen Knacksen und Rauschen durch das Blues-Alphabet von Leadbelly &#252;ber Tampa Red bis hin zu Blind Boy Fuller – um mit der Doppel-LP „Irish Tour ‘74“ von Rory Gallagher seine Meisterpr&#252;fung zu machen. W&#246;ffler gab erst Ruhe, bis er alle Songs mitspielen konnte.</p>
<p>W&#228;hrend im Kino John Travolta mit „Saturday Night Fever“ Erfolge feierte und den „Bee Gees“ zum Comeback verhalf, vergrub sich W&#246;ffler im Delta-Blues. „Ich war weit und breit der einzige, der so etwas h&#246;rte“, grinst er, und erz&#228;hlt stolz von den Ausl&#228;ufern der Folk-&#196;ra, die er miterlebte. Gleichaltrige tanzten in Discos, er erlebte Konzerte von Alexis Corner und Chris Jones – und stie&#223; damit vor allem bei seinem Vater auf wenig Begeisterung: „Da war null Verst&#228;ndnis da, deswegen hab’ ich mich so reingeh&#228;ngt – weil’s eben Widerstand gab.“ Die Realschule und eine Lehre zum Gro&#223;handelskaufmann absolvierte er „nebenbei, aber interessiert hat mich das nicht“. Und obwohl mittlerweile ein guter Gitarrist, der sich aber audiodidaktisch der Musik n&#228;herte, musste er seinen Berufswunsch „Musiktherapeut“ beerdigen: „Ich kann bis heute keine Noten lesen.“</p>
<p>Also fuhr er Taxi und sparte Geld f&#252;r seine erste „echte“ Gitarre, eine „Guild“ f&#252;r 1000 Mark. Woraufhin ihn sein Vater endg&#252;ltig f&#252;r verr&#252;ckt erkl&#228;rte. Nach einer Zw&#246;lf-Stunden-Schicht im Taxi fuhr W&#246;ffler eines Tages gleich weiter nach M&#252;nchen, wo es der „Folk Laden“ von Hans Graf, der es damals zu weitreichendem Renomée als Spezialgesch&#228;ft f&#252;r akustische Instrumente und Bluesplatten gebracht hatte – f&#252;r W&#246;ffler ein Paradies. Es folgten weitere Fahrten, in deren Folge so manch’ sch&#246;nes Instrument den Besitzer wechselte und als Graf 1989 W&#246;ffler einen Job anbot, z&#246;gerte der nicht lang.</p>
<p>Es folgten lustige Jahre in W&#246;fflers M&#252;nchner Single-Wohnung, die in Musikkreisen als „Blues Hotel“ bekannt wurde. „In anderthalb Zimmern wohnten zeitweise vier Leute“, erz&#228;hlt er und f&#252;gt an, dass er manchmal selbst kein Bett mehr bekam – ein serbokroatischer Gitarrist schl&#252;pfte monatelang unter, weil er wegen des Bosnien-Kriegs nicht mehr in seine Heimat zur&#252;ckkonnte, und auch Gr&#246;&#223;en wie der Mundharmonikaspieler Tony Ramos aus L.A. oder Jonathan Kalb, ein New Yorker Bluesgitarrist, kamen unter. F&#252;r W&#246;fflers m&#252;de Augen, wenn er wegen musikalischer Eskapaden etwas verschlafen im Laden stand, hatte man im Gesch&#228;ft Verst&#228;ndnis: „Es war ein Traumjob“, sagt er r&#252;ckblickend, und erz&#228;hlt, dass er h&#246;chstens mal vom Chef zum Rhythmusgitarrenspiel ins B&#252;ro zitiert wurde, weil dieser Slide-Gitarre &#252;ben wollte.</p>
<p>„So legten wir den Grundstein f&#252;r die ,Sons Of The Desert’“, eine Band, die die Musik der goldenen Zwanziger – mitsamt ihrem zeittypischen Faible f&#252;r Hawaii – pflegt. Auf diesem Weg lernte W&#246;ffler auch seine Frau, Diana Ponto, kennen, die als S&#228;ngerin anfing. Ihre Wege kreuzten sich erstmals im „Village“, damals noch in Obereglfing – heute spielen die beiden Kinder Nalani und Florens als Einlage schon mal Ukulele in der Band der Eltern.</p>
<p><a href="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/rainer-woeffler-klein-02.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-981" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/rainer-woeffler-klein-02-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a></p>
<p>Trotz des Erfolgs, den sich die Band erspielte, m&#246;chte W&#246;ffler, der auch als Solo-Blues-K&#252;nstler tourt, nicht von Konzerten leben m&#252;ssen. „Klar lieb&#228;ugelt man als 18-J&#228;hriger damit. Aber wenn man mal mitbekommt, wie Stars jede Nacht in einem anderen Hotel hausen,&#8230; das ist ja f&#252;rchterlich.“ Da pflegt er schon lieber in seiner Wahlheimat Raisting, wo er nach 13 Jahren im „Folk Laden“ als Musiklehrer, freier Journalist und Musiker lebt, sein Wissen mithilfe einer reichhaltigen Platten- und Gitarrensammlung, unterrichtet regelm&#228;&#223;ig an der „Mediterrean Guitar School“ in der Toskana, schreibt Blues-Workshops f&#252;rs renommierte „Guitar“-Magazin, bucht namhafte K&#252;nstler, die er noch aus „Folk Laden“-Zeit kennt f&#252;rs „NBO-Café“ oder spielt mit seinen beiden Kindern.</p>
<p>Mit einer 12-saitigen Gitarre auf dem Scho&#223; sinniert er, ob er wohl ein guter Hobbyg&#228;rtner w&#228;re, wenn er nur mehr Zeit h&#228;tte. Doch vier, f&#252;nf flinke L&#228;ufe &#252;ber den Gitarrenhals und es wird schnell klar: F&#252;r Rainer W&#246;ffler ist Musik Berufung, Beruf und Erf&#252;llung zugleich – ein Hobby braucht er eigentlich nicht.</p>
<p><em>Erschienen im am 15. Januar 2010 im &#8220;Weilheimer Tagblatt&#8221;; Fotos: Andreas Pelz</em><em><br />
</em></p>
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		<title>Berny Stoll: Extremsportive Existenzgr&#252;ndung</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 14:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Bike]]></category>
		<category><![CDATA[Extremsport]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstständigkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Bernhard Stoll zu erreichen, kann sich schwierig gestalten. Es knackt m&#228;chtig in der Leitung, Wind macht die Konversation schwer verst&#228;ndlich. „Ich&#8230; auf 2000 Meter&#8230; Sattel&#8230; ruf zur&#252;ck!“, ist zu verstehen, und tats&#228;chlich klingelt sp&#228;ter das Telefon. „Berny“ zeigt das Display. Aha, ist er also wieder runter vom Berg. Irgendwo auf einem Bergsattel sei er gewesen,<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2009/09/28/berny-stoll-extremsportive-existenzgruendung/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bernhard Stoll zu erreichen, kann sich schwierig gestalten. Es knackt m&#228;chtig in der Leitung, Wind macht die Konversation schwer verst&#228;ndlich. „Ich&#8230; auf 2000 Meter&#8230; Sattel&#8230; ruf zur&#252;ck!“, ist zu verstehen, und tats&#228;chlich klingelt sp&#228;ter das Telefon. „Berny“ zeigt das Display. Aha, ist er also wieder runter vom Berg. Irgendwo auf einem Bergsattel sei er gewesen, habe noch schnell eine Tour abfahren m&#252;ssen, erz&#228;hlt er. Aber jetzt habe er Zeit – eine Chance, die man nutzen muss. Ein paar Tage sp&#228;ter ist er schon wieder in S&#252;dtirol unterwegs.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-737" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/westalpen09-034-large-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></p>
<p>Solche Szenen sind typisch f&#252;r das Leben des 27-J&#228;hrigen, der in Weilheim eine Sport-Agentur betreibt. Dieses Ein-Mann-Unternehmen tr&#228;gt den Namen „powder-trails“ und betreut Sport-Reisen und Expeditionen unter anderem in die Alpen, den Kaukasus oder die Sierra Nevada. Und wenn der geb&#252;rtige Weilheimer nicht sportlich ambitionierte Mountainbiker &#252;ber die Alpen oder die Kanareninsel La Palma geleitet, beziehungsweise Freeride-Snowboardern ein Auge f&#252;r Lawinen lehrt, geht er auch gern selbst mal auf Expedition. „Drei St&#252;ck sind&#8217;s mittlerweile“, z&#228;hlt er auf, w&#228;hrend er entspannt auf der Couch flezt und an einer Latte Macchiato nippt. Auf dem Tisch steht sein gro&#223;er Laptop, auf dem er Bilder seiner Touren gespeichert hat. „Kaukasus 2005, Peru 2006 und Spitzbergen in diesem Fr&#252;hjahr – wobei Norwegen die kostenintensivste Expedition war.“ Kein Wunder – denn erstmals reisten Berny Stoll und sein Expiditionspartner Hansi Riesch in Begleitung eines Profi-Filmteams und eines Fotografen, das die Expedition dokumentierte. Apropos Hansi Riesch: Dieser Name ist eng verbunden mit Stoll, seinen Touren und seinen Expeditionen; die beiden verbindet eine – mittlerweile – enge Freundschaft.</p>
<p>Das war nicht immer so. Stoll lernte den Bad-T&#246;lzer Riesch w&#228;hrend seiner Lehrg&#228;nge zum staatlich gepr&#252;ften Snowboardlehrer kennen. „Am Anfang haben wir uns &#252;berhaupt nicht ausstehen k&#246;nnen“, grinst Stoll hinter seinem Glas hervor. „Der eine hat vom anderen gedacht, was ist denn das f&#252;r ein Depp.“ Wahrscheinlich sei auch ein bisschen Konkurrenzdenken im Spiel gewesen, „schlie&#223;lich hatten wir die selben Interessen.“ Dennoch fast logisch, dass sich die beiden immer wieder &#252;ber den Weg liefen &#8211; „dabei sind wir zusammengerutscht und haben irgendwann gemeinsame Snowboard-Touren in die Alpen gestartet“. Und nach einem „perfect day“ im Stubai habe man sich &#252;berlegt, „ob wir nicht mal wohin fahren sollte, wo noch niemand zuvor gewesen ist“. In einem Film w&#252;rde jetzt ein Schnitt folgen. Schneeverwehte Gipfel, glei&#223;endes Licht und eine abenteuerliche Abfahrt durch makellosen Pulverschnee. „Kaukasus 2005“ w&#252;rde der Untertitel lauten.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-739" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/bild-023-copyright-foto-wojciech-medium-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></p>
<p>Die erste Expedition sollte in ein Gebiet f&#252;hren, das nicht allzu weit weg ist und doch unerschlossen genug, um ein paar Erstbefahrungen hinzulegen. Im Skigebiet am Elbrus, dem h&#246;chsten Berg Europas (5642) trainierten Stoll und Riesch zun&#228;chst. Wobei „Skigebiet“ keine allzu komfortablen Assoziation wecken sollte: „Da sieht&#8217;s aus wie bei uns vor 50 Jahren: Klapprige Lifte, keine Pistenpr&#228;parierung – das hat schon einen gewissen Style“, frohlockt Stoll und verweist in einem Nebensatz darauf, dass immerhin Reinhold Messner ein paar T&#228;ler weiter seine ersten Schritte au&#223;erhalb der Alpen ging. „V&#246;llig isoliert waren wir ein paar Tage sp&#228;ter im Bezengi-Gebiet unterwegs und haben ein paar steile Sachen gemacht.“</p>
<p>„Steil“ bedeutet 45 Grad aufw&#228;rts – Steigungen, die ein Jahr sp&#228;ter in den peruanischen Anden an der Tagesordnung standen. Wenngleich das Wetter dem eigentlichen Expeditionsziel, der Besteigung und Erstbefahrung des 6025 Meter hohen Artesonraju, einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wertet Stoll die Reise als Erfolg: „Das Wichtigste ist, dass man gesund wieder nach Hause kommt.“ Er sagt das mit Nachdruck, fast so als m&#252;sste er es sich selbst immer wieder vorsagen – denn hin und wieder ist in Stolls braunen, wachen und immmer etwas erstaunt in die Gegend blickenden Augen so etwas wie Reue zu sehen. Schnell nachfragen: „Eine weise Entscheidung, die Besteigung abblasen?“ &#8211; „Nat&#252;rlich!“ Pause – „&#8230;im Nachhinein.“ Es stinkt ihm also doch – aber bei einem Typen wie Stoll w&#228;re alles andere auch unnormal. Dass er gleichzeitig mit kalkulierbarem Risiko unterwegs ist, merkt man auch bei seinen Berichten &#252;ber die Peru-Expedition, bei der die beiden immerhin vier Tagesm&#228;rsche abseits der Zivilisation unterwegs waren. Das n&#228;chste Ziel stand beim Heimflug fast schon fest: Berge vom Gipfel bis zum Meer abfahren.</p>
<p>Kommt das Thema auf Spitzbergen, wird schnell klar, dass die archaische Natur am n&#246;rdlichen Rand Skandinaviens ihre Spuren hinterlassen hat: „Das war die abgefahrenste Landschaft, die ich je gesehen habe!“ Sportliche H&#246;chstleistungen haben die beiden auch vollbracht: extreme Steigungen bei extremen Schneeverh&#228;ltnissen, die extremes K&#246;nnen abforderten. Absurd sei ihm die Reise bisweilen erschienen: „Mitten in der Nacht gehst Du in rosa Licht auf eine Snowboardtour, bei D&#228;mmerung f&#228;hrst Du dann mit dem Skidoo &#252;ber einen zugefrorenen Fjord, immer ein Gro&#223;kalibergewehr in Griffweite.“ Wegen der Eisb&#228;ren, sagt er beinahe entschuldigend – das sei dort Pflicht. Gottlob habe er es aber nicht gebraucht.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-740" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/bild-002-copyright-foto-wojciech-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></p>
<p>Dabei w&#228;re dessen Benutzung dem ehemaligen Gebirgsj&#228;ger sicher – technisch gesehen – nicht schwer gefallen. Nach seiner Ausbildung zum Zimmerer und einem Jahr als Angestellter bei Zimmereien im Landkreis, holte ihn 2003 die Wehrpflicht ein. „Ich habe mich dann freiwillig bei den Gebrigsj&#228;gern gemeldet, elf Monate waren das damals.“ Doch nicht aus &#220;berzeugung („Dieses ganze milit&#228;rische Zeug hat mich nie interessiert, ich war eher Hobbysoldat“), sondern aus dem Wunsch heraus, in den Bergen an der frischen Luft sein zu d&#252;rfen, verpflichtete er sich sogar noch ein paar Monate l&#228;nger. Letztlich sollte die Bundeswehr ihm vor allem„ zu einer gewissen Grundfitness verhelfen“ &#8211; die wiederum erm&#246;glicht hat, dass er sein Leben so f&#252;hrt wie er es f&#252;hrt.</p>
<p>Und wer den 27-J&#228;hrigen so anschaut, der kommt zu dem Schluss, dass er dies auch noch ein paar Jahre so weitermachen wird. „Das kannst Du machen bis kurz vor Friedhof“, sagt er bestimmt, „wenn Du Dich an ein paar Regeln h&#228;ltst“. Er mache schlie&#223;lich keinen Leistungssport – f&#252;r ihn sei Bewegung normal. „Und wenn man das in vern&#252;ftigem Verh&#228;ltnis h&#228;lt, ist das lange machbar – die Frage ist vielmehr, ob ich mit 70 noch Lust habe in den Bergen rumzuh&#228;ngen.“ Im Moment hat er das auf jeden Fall: Im Januar wird er in ein Flugzeug nach Kalifornien steigen, um an der Qualifikation f&#252;r die erste Freeride-Snowboard-Weltmeisterschaft teilzunehmen, die ihn sp&#228;ter nach &#214;sterreich und Lappland f&#252;hren wird.</p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-722" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/stoll-berny-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></em></p>
<p><em>Mehr im Internet: </em><a href="http://www.powdertrails.de" target="_blank"><em>www.powdertrails.de</em></a></p>
<p>Text: Christoph Ulrich / Fotos: Wojciech, Powdertrails.de,  Christoph Ulrich. In gek&#252;rzter Form erschienen 2007 im Weilheimer Tagblatt, Penzberger Merkur und in den Schongauer Nachrichten (M&#252;nchner Merkur). Neu ins textwerk-Magazin aufgenommen anl&#228;sslich des Relaunch von Berny Stolls Firmenseite powdertrails.de im September 2009.</p>
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		<title>Klaus Illmann: Das wilde Leben im Sucher</title>
		<link>http://www.dastextwerk.com/2009/03/31/klaus-illmann-das-wilde-leben-im-sucher/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 18:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelbes Fahrrad, Kamera und eine Safari-Weste: Klaus Illmanns Erscheinung ist ein vertrauter Anblick in der Weilheimer Innenstadt. Der bald 60-J&#228;hrige geh&#246;rt zum Weilheimer Stadtbild wie eins der bunten H&#228;user am Marienplatz. W&#252;rde er fehlen, w&#252;rde es zwar nicht sofort sofort ins Auge stechen. Aber er w&#252;rde abgehen. Genauso wie Weilheim dem Fotografen fehlen w&#252;rde –<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.dastextwerk.com/2009/03/31/klaus-illmann-das-wilde-leben-im-sucher/">[weiter lesen...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-543" title="Klaus Illmann 2009 (Foto: Gronau)" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/illmann-klaus-portrait_5831-300x272.jpg" alt="Klaus Illmann 2009 (Foto: Gronau)" width="300" height="272" /></p>
<p>Gelbes Fahrrad, Kamera und eine Safari-Weste: Klaus Illmanns Erscheinung ist ein vertrauter Anblick in der Weilheimer Innenstadt. Der bald 60-J&#228;hrige geh&#246;rt zum Weilheimer Stadtbild wie eins der bunten H&#228;user am Marienplatz. W&#252;rde er fehlen, w&#252;rde es zwar nicht sofort sofort ins Auge stechen. Aber er w&#252;rde abgehen. Genauso wie Weilheim dem Fotografen fehlen w&#252;rde – die Stadt ist Dreh- und Angelpunkt seines bewegten Lebens.</p>
<p>Geboren ist er hier, zur Schule gegangen auch. Nach dem Abitur h&#228;tte er auch gern eine Fotografen-Lehre in Weilheim gemacht: „Mein Vater war aber der Ansicht, dass Fotografieren maximal ein Hobby ist.“ Also schickte der Polsterer den Filius – &#228;ltester von drei Br&#252;dern – nach M&#252;nchen in die Ausbildung zum Industriekaufmann. Dort tobten gerade die &#8217;68er und Illmann stellte fest, dass Welten zwischen der Landeshauptstadt und Weilheim lagen. W&#228;hrend er in M&#252;nchens Discotheken beinahe beil&#228;ufig Musiklegenden wie Jimi Hendrix oder die Beatles erlebte, scheiterten er und seine Freunde in Weilheim, im Keller des „Luggerbr&#228;u“ mit „einem Plattenspieler und ein paar Stones-Platten“ einen Jugend-Club zu etablieren. W&#228;hrend er nach durchzechter Nacht im M&#252;nchner „Crash“ mit der Freundin des DJs am Ufer des Starnberger Sees entspannte, scheiterte Weilheims Jugend mit ihrer Forderung nach einer Disco beim B&#252;rgermeister.</p>
<p>In diesem Spannungsfeld zwischen „Big Apple“ und „PN“ in Schwabing und dem Café Kreitmeyer in Weilheim reifte eine Pers&#246;nlichkeit, die zugleich auffiel und aneckte in Weilheim – aber nie daran dachte, wegzuziehen. „Die &#228;lteren Weilheimer werden mich noch als den Wahnsinnigen in Erinnerung haben, der im offenen, wei&#223;en Mercedes 280er SL mit einem Papagei auf der Schulter herumgefahren ist“, grinst er. Den Vogel, einen stattlichen Ara, habe er in einer Zoohandlung gesehen. „Der ist dann immer auf meiner Schulter gehockt – nat&#252;rlich ohne Fu&#223;fessel.“</p>
<p>Leisten konnte sich Illmann diesen kleinen Luxus, weil er erst als Wehrpflichtiger („Ich h&#228;tte gern verweigert, aber das war damals ein Riesenaufwand und daf&#252;r war ich zu faul.“) und danach als freiwillig Verpflichteter Geld verdiente, mit dem er sich gleich im ersten Urlaub zun&#228;chst seinen Traum von einer Fotoausr&#252;stung und einer Reise nach Tunesien zum Fotografieren leistete. Mit den Bildern bestritt er seine erste, erfolgreiche Ausstellung in M&#252;nchen. Nach der Bundeswehr wusste er abgesehen vom Fotografieren nicht, was er tun sollte. „Mein Vermieter brachte mich auf den Torfhandel.“ Torf war Anfang der Siebziger „Weilheims schwarzes Gold“, der Handel damit lukrativ. Als selbstst&#228;ndiger Verkaufsfahrer f&#252;r Blumenerde bewies er Geschick und verdiente gut. Der Job begleitete ihn &#252;ber 20 Jahre und erm&#246;glichte ihm lange einen angenehmen Lebensstil.</p>
<p>Ich habe das Geld so ausgegeben wie ich es verdient habe“, erz&#228;hlt Illmann und l&#228;chelt mit seinen gro&#223;en, blauen Augen . „Das habe ich immer so gemacht“, zuckt er entschuldigend mit den Schultern. Sein Blick erinnert in solchen Momenten an den eines Schuljungen und passt so gar nicht in das zerfurchte Gesicht, das ihm ein bisschen etwas von der Verruchtheit eines Keith Richards, aber auch etwas von der Ehrw&#252;rdigkeit eines Indianerh&#228;uptlings gibt. Es ist das Gesicht eines Mannes, der auch gepr&#252;ft wurde vom Leben. „Dabei habe ich aber immer so gelebt, dass ich jeden Moment h&#228;tte umfallen und zufrieden sagen k&#246;nnen: Ich habe nichts zu bereuen.“ So scheint es bis heute geblieben. Noch nicht einmal als er von seinen gescheiterten Ehen erz&#228;hlt, schwingt Bitterkeit mit. mes New Roman;&#8221;&gt;Seine erste Frau – besagte gelernte Fotografin, und, wie Illmann schw&#228;rmt, „eine K&#252;nstlerin im Fotolabor“ – heiratete er Anfang der Siebziger. „Margit und ich haben gut harmoniert, k&#252;nstlerisch wie menschlich.“ Die beiden reisten viel und bekamen zwei Kinder – Bianca und Denise. Seine Freizeit genoss Illmann in den Nachtclubs in M&#252;nchen und Weilheim, umgeben von den sch&#246;nen Dingen des Lebens: seiner Frau, Musik und Foto-Kunst. Auch Experimenten mit Drogen stand er aufgeschlossen gegen&#252;ber: „Damals waren Weilheim und M&#252;nchen nur in dieser Beziehung gleichauf: Jeder hat gekifft.“ H&#228;rtere Sachen waren ihm jedoch suspekt: „Eine Nadel hab&#8217; ich zum Beispiel nie angefasst.“</p>
<p>Das rauschhafte Familiengl&#252;ck in den Siebzigern endete j&#228;h, als Illmann „ein junges Madl“ kennenlernte, wie er sagt – eine 15-J&#228;hrige – und sich Hals &#252;ber Kopf verliebte. Er, 28 Jahre alt, begann mit ihr zu gehen, als sie 16 wurde und erntete auch von guten Freunden nur Kopfsch&#252;tteln. „Jeder, wirklich jeder hat mich verr&#252;ckt erkl&#228;rt, diese Ehe und die Kinder aufs Spiel zu setzen.“ Er verlor das Spiel – seine Frau reichte die Scheidung ein.</p>
<p>Gut zwanzig Jahre blieben er und seine Freundin zusammen, sp&#228;ter heirateten die beiden. Illmann zog von Weilheim nach Feldafing, wo sein Schwiegervater Baugrund zur Verf&#252;gung stellte. Einzige Bedingung: Illmann musste unterschreiben, im Fall einer Trennung auf seinen Anteil am Haus zu verzichten. „Mit eigenen H&#228;nden und jedem Pfennig habe ich das Haus gebaut“, berichtet er stolz. Als es fertig war, stand seine zweite Scheidung ins Haus. „Das war aber ein dummer Zufall“, ist Illmann darauf bedacht, keine Missverst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen. Und in der Tat: Man w&#252;rde es ihm nicht einmal zutrauen, seiner Ex-Frau Berechnung zu unterstellen.</p>
<p>Es folgten schlaflose Wochen – buchst&#228;blich. Seine kaputten Bandscheiben hatten n&#228;mlich auch seiner Karriere als Verkaufsfahrer ein j&#228;hes Ende gesetzt. V&#246;llig am Ende, stellte er sich die Frage: „Kann ich loslassen oder will ich mir ein offenes Magengeschw&#252;r holen?“ Er entschied sich f&#252;rs Loslassen und fiel zwei Minuten sp&#228;ter in einen tiefen Schlaf. „Also habe ich meine Kameras gepackt und bin gegangen.“ Seine geliebten Fotoapparate hatte er &#252;brigens zehn Jahre lang nicht angefasst: Die Leidenschaft f&#252;rs Drachenfliegen nahm ihn Anfang der Achtziger in Besitz und obwohl er bei seiner zweiten Flugstunde bereits beinahe t&#246;dlich verungl&#252;ckte, schwang er sich jede freie Minute in die L&#252;fte.</p>
<p>Vier Jahre wohnte und arbeitete er nach seiner Scheidung im „Tutzinger Keller“, bevor er im Jahr 2000 &#252;ber Umwege wieder nach Weilheim und dort zur Fotografie zur&#252;ckfand. Als Foto-Designer schl&#228;gt er sich seither durch, engagiert sich f&#252;rs Kunstforum und organisiert die j&#228;hrliche Kunstausstellung beim WeilKult-Festival. Seinem Alter gem&#228;&#223; f&#252;hlt er sich nicht: „Ich umgebe mich mit jungen Leuten, das h&#228;lt mich geistig jung – k&#246;rperlich f&#252;hle ich mich allerdings wie 70“, lacht er. Und schwingt sich aufs Fahrrad, st&#228;ndig auf der Suche nach einem passenden Motiv.</p>
<p><em>Text: Christoph Ulrich / Foto: Emanuel Gronau (<a href="http://www.fotogronau.de">www.fotogronau.de</a>), erschienen im Weilheimer Tagblatt (M&#252;nchner Merkur).</em></p>
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		<title>Daniel Hoeck: Zwischen Hip Hop und Mexiko</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Dec 2008 11:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_549" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-549" title="Daniel Hoeck alias Dunn Ho Landrock" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/dunnhocopy-300x187.jpg" alt="Daniel Hoeck alias Dunn Ho Landrock" width="300" height="187" /><p class="wp-caption-text">Daniel Hoeck alias Dunn Ho Landrock</p></div>
<p>Wuchtige B&#228;sse wummern aus dem Inneren des Clubs durch die gl&#228;serne Eingangst&#252;r. Daniel Hoeck lehnt mit einem Pils in der Hand am Gel&#228;nder und schaut denen zu, die an ihm vorbei die Stufen hinab ins Nachtleben nehmen. Junge Damen in glitzernden Kost&#252;mchen staksen in Begleitung von Burschen in weiten Hosen hinab – Hoeck grinst und zieht an seiner Zigarette. Kein Wunder, dass ihn der Anblick pubertierender oberbayerischer Hip-Hop-Fans am&#252;siert: Er kommt gerade aus den USA zur&#252;ck, wo er in Sachen „Promotion“ f&#252;r „The Hustle, The Struggle, The Outcome“, die im September erscheinende CD des US-Rappers „Getalion“, unterwegs war. Ein paar Wochen hat er als dessen Produzent in einer „Hood“ (Stra&#223;enblock) verbracht – als einziger Wei&#223;er.</p>
<p>„Die waren echt fies drauf“, grinst er unter seiner Baseball-M&#252;tze heraus – „wirklich kriminell“. „Viele Schwarze in den S&#252;dstaaten haben aufgrund immer noch herrschender Rassenvorbehalte keine Chance, einen gut bezahlten Job zu finden“, erkl&#228;rt Hoeck. Es sei denn, sie bew&#228;ltigten den Ausbruch aus den Verh&#228;ltnissen durch Sport oder Musik. „Deswegen handeln die &#196;rmsten nebenbei mit Waffen und Drogen“ &#8211; auch ein Grund, wieso der H&#228;userblock f&#252;r Nichtbewohner zur t&#246;dlichen Falle werden kann. W&#228;hrend der Fahrt in der Limousine vom Flughafen in die Vorstadt habe „Benimmregeln“ eingesch&#228;rft. Einen bewaffneten B&#252;rgen habe er &#252;berdies gehabt. Erst nach ein paar Wochen war der Weilheimer anerkannt als „der wei&#223;e Produzent aus Germany“ und durfte sich frei bewegen.</p>
<p>W&#228;hrend der bem&#252;ht finster dreiblickende Hip-Hop-J&#252;nger betont l&#228;ssig durch die T&#252;r verschwindet, entschuldigt sich H&#246;ck f&#252;r den ungew&#246;hnlichen  Treffpunkt: „So l&#228;uft das bei mir meistens – Privat- und Berufsleben gehen ineinander &#252;ber.“ Die Party hinter der Glast&#252;r ist Teil einer CD-Pr&#228;sentation, zu der er eingeladen ist. „Ich habe meine Hobbys eben alle zum Beruf gemacht, da gibt es so etwas wie Privatleben nicht wirklich“, sagt der 30-J&#228;hrige und wirkt dabei so gl&#252;cklich, wie ein junger Mann eben sein kann, der seine Leidenschaft zu Beruf gemacht hat.</p>
<p>Der geb&#252;rtige Weilheimer ist Produzent, Komponist und demn&#228;chst auch noch Musikverleger – seine Ein-Mann-Firma hat Anfang dieses Jahres mit der  M&#252;nchner Medienproduktionsfirma „Framehaus“ fusioniert. Seit sich der Autodidakt vor vier Jahren selbstst&#228;ndig ins Musikgesch&#228;ft wagte, hat sich Einiges getan – vorl&#228;ufiger H&#246;hepunkt: Besagtes Album, f&#252;r dessen Erscheinen er gerade die letzten Weichen stellt. „Ich war eigentlich immer schon ein kreativer Mensch“, sagt er &#252;ber die Anf&#228;nge seiner Karriere, die im Kloster Sch&#228;ftlarn ihren Anfang nahm. Im Dunstkreis der sp&#228;teren „Emil Bulls“ unternahm er erste Schritte in einer Band. Die Freundschaft zu deren S&#228;nger Christoph von Freydorf h&#228;lt bis heute – Hoeck spielt in dessen Solo-Band „Flamingo“.</p>
<p>Sp&#228;ter begann er sich f&#252;r Hip Hop zu interessieren. Noch w&#228;hrend seiner Ausbildung zum Werbekaufmann spielte er mit dem Gedanken, sein Hobby zum Beruf zu machen &#8211; „Grobraster“, seine damalige Hip-Hop-Band erhielt gerade einen Plattenvertrag und spielte teilweise vor 3000 Leuten. „Doch Musiker zu sein wirkt in Deutschland schmuddelig“, sagt er, nicht ohne Groll in der Stimme. „Es ist das alte Lied: Nur, wer kommerziellen Erfolg hat, ist wer.“ Um herauszufinden, wie man zu der Thematik in einem ganz anderen Teil der Welt steht, ging er 1999 f&#252;r ein Dreivierteljahr nach Mexiko.</p>
<p>Man merkt Hoeck an, dass ihn der Aufenthalt dort gepr&#228;gt hat. „Dort ist das Umfeld viel weniger auf Besitz ausgerichtet. Es interessiert nicht, welches Auto Du f&#228;hrst; es z&#228;hlt, ob Du ein netter Typ bist.“ Seinen heute besten Freund lernte er in Mexiko kennen; sogar eine Freundin hatte er dort – die Wehrpflicht rief ihn zur&#252;ck nach Deutschland. W&#228;hrend seines Zivildiensts bei den Weilheimer „SOS Kinder- und Jugendhilfen“ fuhr er abends zum Praktikum in ein Tonstudio nach M&#252;nchen. „Ich hoffte immer, dass sich jemand f&#252;r meine St&#252;cke interessiert und sagt, ,komm&#8217; in mein Tonstudio, ich zeig&#8217; Dir alles, bis Du Deine Musik selbst aufnehmen kannst“.</p>
<div id="attachment_550" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-550" title="gedaliondunnhocopy" src="http://www.dastextwerk.com/wp-content/uploads/gedaliondunnhocopy-300x151.jpg" alt="Dunn Ho Landrock und Gedalion" width="300" height="151" /><p class="wp-caption-text">Dunn Ho Landrock und Gedalion</p></div>
<p>Dieser Gedanke ist ihm heute, als professioneller TV-Spot- und Musikproduzent, Triebfeder f&#252;r ein ehrenamtliches Engagement an seiner ehemaligen Zivist&#228;tte. „Heute kann man technisch mit sehr einfachen Mitteln Musik machen“, erkl&#228;rt er – deswegen biete ich den Jungs im Jugendhaus an, ihnen zu zeigen, wie man am Computer Musik produziert. Sein Konzept stellte er &#196;mtern und dem Rotary-Club vor, der das Unternehmen sponsert. „Die Idee ist, den Jugendlichen mit schwierigem Start ein Ventil zu geben“ &#8211; eine Erfolgsidee. Vergangenes Jahr erschien die erste CD der „Kellahkowboyz“ mit dem Titel „Teamgeist“.</p>
<p>Nun steht ein Musikproduzent nicht im Verdacht, selbst mit Langeweile k&#228;mpfen zu m&#252;ssen. Und genau darin liegt der Grund f&#252;r sein Engagement:  „Wenn ich sehe, wie viel Spa&#223; die Jugendlichen mit Musik haben, erinnert mich das daran, was mich selbst bewegt hat, Musik zum Beruf zu machen“. Dies helfe ihm in Phasen, wo das Gesch&#228;ft ihn dazu zwingt, n&#228;chtelang am PC zu sitzen, um etwa einen Remix f&#252;r die Sportfreunde Stiller fertigzubringen. „Es gibt mir unheimlich viel Kraft.“ Kraft, seine Familie und sein stressiges Berufsleben unter einen Hut zu bringen? „No comment!“, grinst Hoeck breit. &#220;ber sein Privatleben schweigt er beharrlich. „Das m&#246;chte ich aus diesem Medien-Dings raushalten“, sagt er. Dass er gerade ans Nordende des Ammersees gezogen ist, erz&#228;hlt er in dem Zusammenhang, dass er es nicht mehr so weit in sein Studio in Ismaning habe. Sogar seinen richtigen Namen gibt er auf, wenn es ums Produzenten-Dasein geht: aus Daniel Hoeck ist ,<a href="http://www.myspace.com/dunnholandrock" target="_blank">Dunn Ho&#8217; Landrock</a>&#8216; geworden – ein Spitzname, den ihm die amerikanischen Rapper gegeben haben. „,Daniel Hoeck&#8217; mag da keiner aussprechen“, erkl&#228;rt er mit seinem typischen breiten Grinsen.</p>
<p>Wenn seine Akkus dann doch mal leer sind, setzt sich Meister Landrock in den Flieger nach Mexiko und besucht seinen besten Freund, der mittlerweile Anwalt ist und derzeit dabei ist, eine Partei f&#252;r die Armen des Landes zu gr&#252;nden. Solche Auszeiten geben ihm Gelegenheit f&#252;r sein verbliebenes Hobby, das auf den ersten Blick nichts mit Musik zu tun hat. „Ich sammle Begegnungen mit starken Menschen, echten Pers&#246;nlichkeiten und sch&#246;ne Momente in der Natur“, sagt er ein wenig besch&#228;mt. Nur um zwei S&#228;tze sp&#228;ter zu erz&#228;hlen, dass ihn Derartiges inspiriert – zu neuen Songs.</p>
<p><em>Text: Christoph Ulrich / Fotos: Privat, erschienen im Weilheimer Tagblatt (M&#252;nchner Merkur)</em></p>
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