Auflagen gegens Auflegen: Eine Demo wird’s nicht mehr geben

Dez 11th, 2011 | By | Category: Jugend

„Weilheim sagt Nein! – Demo für das Weilheimer Nachtleben“, lautete der Titel einer Demo, die vor einem Jahr vom „Zündfunk“, „on3 Radio“ in der Lokalpresse und hier im textwerkmagazin groß angekündigt wurde – aber nie stattfand. Was ist draus geworden?

„Jugendliche und Veranstalter wehren sich gegen zu strenge Auflagen – Kundgebung für Frühling geplant“, hieß es im „Weilheimer Tagblatt“ und im „Penzberger Merkur“. Die Jugendwelle von Bayern 2, der „Zündfunk“ und „on3 Radio“ berichteten über den Frust von Veranstaltern und Jugendlichen in der ehemaligen Musikhochburg Weilheim – und bald darauf wurde über Sinn und Unsinn der im Landkreis nach wie vor geltenden 95-Dezibel-Regelung diskutiert.

Der Privat-TV-Sender “Pro7″ meldete sich an, von der Demo – die eine Mischung aus Kundgebung und „Love Parade“-artigem Partyzug mit DJ-Wagen durch Weilheim werden sollte – zu berichten. Doch dazu kam es nicht: Zuerst wurde die Party für Dezember 2010 angekündigt, dann aufgrund der Witterung auf Februar 2011 verlegt. Die Sache verlief im Sande. Ein Anruf bei einem der Verantwortlichen ergab, dass die Demo wohl auch nicht mehr stattfinden wird. Man feiere jetzt eben in anderen Landkreisen, so der “Treibjagd“-Veranstalter und als DJ unter dem Pseudonym Ill-Boy-Phil bekannte Initiator. Eine Demo, so der DJ, würde vermutlich ohnehin nichts bringen.

Grund für den Ärger  auf die Behörden und somit Anlass für die Idee zur Demo durch die oberbayerische Kreisstadt vor einem Jahr war übrigens, dass ein Club an der Münchner Straße wegen gestörter Anwohner und daraus resultierender Probleme mit dem Landratsamt keine Partys mehr veranstalten konnte. Man unterstellte den zuständigen Ämtern Kalkül, dass Auflagen, vor allem die 95-Dezibel-Regel, erteilt würden, die schlichtweg nicht einzuhalten sind – um ein Nachtleben in Weilheim ungmöglich zu machen. Noch heute finden viele, dass nicht nur Weilheim, sondern auch andere Ortschaften im Landkreis zu „schlafenden Schönheiten“ geworden sind, in denen konzert- und partymäßig nicht mehr viel geht.

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