Lena Meyer-Landrut: My Cassette Player
Jun 8th, 2010 | By Christoph Ulrich | Category: MusikGermany – 12 Points! Da war er, der Satz, auf dessen vielmalige Nennung Deutschlands Fernsehnation so lange hat warten müssen. Pop-Fräuleinwunder Lena Meyer-Landrut, bekam ihn am Wochenende oft zu hören. Bei der Suche nach dem „Warum?“ stößt man immer wieder auf zwei Antworten: eine so offensive wie ungespielte Lockerheit, und einen passablen Song. So internationales Potential hatte schon lang kein deutscher Beitrag mehr. Doch mit dem Song allein wäre für Lena nach bisheriger Grand-Prix-Logik auch einer der letzten Plätze drin gewesen, denn für einen Schlagerwettbewerb hat er zuviel Pep. Und wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass es einer der schwächeren vom Album „My Cassette Player“ ist, dürfte klar werden, dass der „Eurovision Songcontest“ auch im Falle einer hinteren Platzierung zur Randnotiz geworden wäre. Richtig guter, dick, aber nicht übertrieben produzierter Funk-Pop zwischen Lilly Allen, Kate Nash und Corinne Bailey Rae, der natürlich ( bis auf „Satellite“) aus der Feder ihres Mentors und Entdeckers Stefan Raab stammt. Und das muss man dem Kölner TV-Clown lassen: Musikmachen kann er. Es braucht nicht viele Durchläufe, bis man zur Erkenntnis kommt: Bei aller Skepsis, die so viel Hype einfach von ganz allein erzeugt, ist Lenas Pop einfach guter Pop. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Titelsong zum Beispiel hat Soul, „Bee“ Sommerhit-Potential und „Wonderful Dreaming“ genügend Groove, um zur zweiten Erfolgssingle zu werden. Wenn man jetzt noch ein klein wenig was übrig hat für das wunderliche Englisch, mit dem die Hannoveranerin ein bisschen so klingt, als würde sie beim Singen Fellbällchen hochwürgen, dann kann man dem Lena-Faktor durchaus auf den Leim gehen.
Universal / www.lena-meyer-landrut.de











