Nachwuchsfilmprojekt: Der Romantiker als Retter

Mrz 31st, 2010 | By | Category: Jugend

Mit ihrem mittlerweile vierten Kurzfilm hat Eva Merz viel vor: Die 21-jährige Wahlmünchnerin möchte damit den Schritt in Richtung internationale Filmfestivals gehen. „Mondnacht“ steht in den Startlöchern – einzig das liebe Geld fehlt noch.

Es ist eine so tragische wie poetische Geschichte, die Eva Merz in ihrem neuen Film erzählen will. Inspirieren ließ sie sich dafür von einem Gedicht des Romantikers Joseph Freiherr von Eichendorff, von dem sie sich auch den Titel „Mondnacht“ lieh. Lediglich die Finanzierung trennt das Projekt der gebürtigen Peißenbergerin noch von der Leinwand.

Mit „Liebe per Mausklick“, „Nachhilfe hoch zwei“ und „Silently Dumb“ hat die 21-jährige Nachwuchsregisseurin (Bild links) bisher von sich reden gemacht. Für diese Kurzfilme, die zum Großteil mit der Filmgruppe des Weilheimer Gymnasiums entstanden, erhielt sie einige Preise – etwa den Publikumspreis des Nachwuchsfilmfests „JuFinale“, den Jurypreis des Oberstdorfer Schülerfilmgipfels und einen Sonderpreis für „herausragende Spielfilmproduktion“ beim Internationalen Jugendfilmfestival im tirolerischen Kundl. Nach diesen Kurzfilmen, einigen Praktika in der Filmbranche und einem Beitrag für den „KeinOhrHasen“-Wettbewerb will Eva Merz nun „Mondnacht“ angehen – wofür sie auch schon eine prominente Schirmherrin gefunden hat: die Münchener Landrätin Johanna Rumschöttel. Den Kontakt stellte Merz’ Produzentin Magdalena Rathmann (Bild rechts) her. Die 23-Jährige studiert Film- und Medienwirtschaft an der Filmhochschule München und hat sich „Mondnacht“ als Projekt vorgenommen.

Ihr Problem: die Finanzierung. Weil sie selbst an der Filmhochschule studiert, entfällt die Möglichkeit der Jugendförderung. Und nachdem Eva Merz nicht an der Filmhochschule studiert, sondern Fotodesign an der Fachhochschule München, entfällt die Förderung durch die Filmhochschule. „Jetzt wäre es schön, wenn wir von Stiftungen, Privatleuten oder Firmen gefördert werden würden“, sagt Eva Merz und verweist auf das veranschlagte Budget von 10 000 Euro. „Das ist für einen Film wirklich nicht viel. Aber richtig viel, wenn man es selbst bezahlen muss.“

Ihren Film kategorisiert die Peißenbergerin als Fantasy-Drama, die Länge hat sie auf 15 Minuten angesetzt und als Drehorte schweben ihr der Dießener Schacky-Park, der Prunksaal von Schloss Ratibor in Roth bei Nürnberg sowie verschiedene Plätze in München vor. Der kleine Tempel im Schacky-Park soll jener Pavillon werden, in dem der Vater der Hauptfigur Natalie Geige spielt. Der Musiker kommt im Film über den frühen Tod seiner Frau nicht hinweg und fühlt sich der Verantwortung für die gemeinsame Tochter nicht gewachsen. Er flüchtet sich in den Alkohol, von dem Natalie ihn abzubringen versucht. Ihre Versuche helfen nichts; auch der Vater stirbt, und Natalie steht allein da – und flüchtet sich ihrerseits in die romantische Welt Eichendorffs, die ihr der Vater eröffnet hat. Der Dichter höchstselbst hilft Natalie schließlich, auf eigenen Beinen zu stehen und gibt ihr die Freude am Leben wieder.

Auf die Idee kam sie durch den Eindruck, den der kleine Tempel im Münchener Hofgarten hinterlassen hat. „Das Bild ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Deswegen habe ich mir um die Bilder herum eine Geschichte ausgedacht, die ihrerseits neue Bilder erzeugt hat.“ Mit dem Film möchte die 21-Jährige den Schritt auf internationale Festivals wagen. „Bisher habe ich meine Filme vor allem auf deutschen Festivals vorgestellt.“ Auch als Vorfilm im Kino könne sich sich „Mondnacht“ gut vorstellen.

Förderer gesucht!
Firmen oder Privatpersonen, die Eva Merz’ Filmprojekt fördern möchten, können sich unter der E-Mailadresse info@wm-spotlight.de melden. Auf www.wm-spotlight.de kann man mehr über vergangene Projekte erfahren.

Text: Christoph Ulrich, Fotos/Illustrationen: Eva Merz/privat. Erschienen auf der Jugendseite von Weilheimer Tagblatt, Penzberger Merkur und Schongauer Nachrichten.

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