Gary Go: Gary Go

Nov 12th, 2009 | By | Category: Musik

Wenn es um Pop in Reinform geht, haben meistens die Briten die Finger im Spiel. In diesem Fall schickt sich ein in Wembley geborender junger Sänger an, mit seinem ersten Album die Charts zu entern. Und schon nach ein paar Takten wird klar, dass es schon mit dem Leibhaftigen höchstselbst zugehen müsste, dass da nix draus wird.

Klangkosmisch irgendwo zwischen Chris Martins “Coldplay” und den späten “Embrace” driftet Gary Baker scheinbar schwerelos zwischen radiotauglich und indie hin und her. Wobei “radiotauglich” in diesem Zusammenhang nicht beleidigend zu verstehen ist; einzig drängt sich der Gedanke auf, dass Mr. Go ab und an zu arg in Richtung Charts schielt. Am stärksten ist das Debütalbum, wenn es auf Konformismus pfeift und herrlich größenwahnsinnig mit Orchester, Backgroundchor und sperrigem Chorus hantiert (vgl. “Refuse To Lose”) hantiert und beinahe Guy-Chambers-Format erreicht. Die Single “Wonderful”, Titelmelodie von Simon Verhoevens Kinokomödie “Männerherzen”, ist übrigens einer der unspektakuläreren Songs.

Ansonsten setzt der junge Songwriter auf Vielfalt und erdige Produktion, was diese freilich sehr poppige, aber nicht anspruchslose Angelegenheit zu einer sehr angenehmen werden lässt.

The Canvas Room / www.garygo.tv

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