Kate Nash: Made Of Bricks

Aug 29th, 2007 | By Christoph Ulrich | Category: Musik

Ein Beinbruch ist doch kein Beinbruch! Kreuzdämliches Wortspiel, stimmt. Aber im Fall der 19-jährigen Kate Nash ist ein Funke Wahrheit dran. Wäre sie nämlich nicht nach einem Vorsprechen am Old Vic Theater in Bristol ein paar Stufen hinuntergefallen und sich den Fuß gebrochen, würde sie vermutlich bis zum heutigen Tage Schauspielerin werden wollen und nicht Singer/Songwriterin, bei Universal unter Vertrag.

Aber genau weil das Leben manchmal Achterbahn spielt, ist Kate Nash mit ihrer sympathischen Mischung aus Folk, Punkrock, Gospel, Electro und Rock prompt zum Everybody’s Darling in der englischen Musikwelt avanciert. Was hat sie unter anderem ihrer prominenten wie begabten Mentorin Lily Allen zu verdanken hat. Und ihren Eltern, die der gefallenen Tochter eine Gitarre geschenkt haben – mit der sich diese während ihrer Heilungsphase intensivst beschäftigte und gemerkt hat, dass sie sich auch mit Musik ausdrücken kann. Besser vielleicht als auf einer Opern-Bühne. Und als Lily Allen Kate Nash in ihre persönlichen Top-8 auf „Myspace“ packte, war die Sensation perfekt – und Aufmerksamkeit geweckt. Doch wer sich die zwölf Songs auf Kate Nashs Debüt anhört, die herrlich minimal instrumentiert ihre warme, samtige Stimme unterstützen, weiß, dass das alles gar nicht nötig gewesen wäre.

Früher oder später hätte sich schon jemand für die musikalische Drama-Prinzessin interessiert; die mit Laptop und Gitarre vorproduzierten Stücke sind nicht einfach aus dem Kopf zu kriegen. „Foundations“ zum Beispiel, das ohne große Pause an den fabulösen Minimal-Gospel-Opener „Play“ anschließt, ist ein Folk-Song im besten Sinne. Schrammelgitarre, einfaches Klavier – drei Akkorde für ein Hallelujah und eine Geschichte, der man grinsend zuhören kann; das Ganze ist fernab einer jeden Folk-Patina produziert, ohne auf störende Electro-Gimmicks zurückzugreifen. „Skeleton Song“ kommt indes opulent instrumentiert daher, Geigen, Klavier und das ganze Brimborium, das nötig ist, um eine fünfminütige Mini-Oper in Szene zu setzen. Oder Merry Happy, ein “Doop, doop”-Ohrwurm, der locker sowohl im Radio laufen oder eben als Beispiel für einen abwechslungsreichen, intelligent arrangierten Pop-Song im Hörsaal gelten könnte.

Was der 19-Jährigen mit der Stimme zwischen Janis Joplin, Jenny Lewis und Carol King außerdem zu Gute zu halten ist: Auf „Made Of Bricks“ ist keine halbe Sache zu hören. Wohlig-röhrig produzert, dick und füllig im Klang sowie in ein künstlerisch ansprechendes Cover gehüllt, das auch eine Vinyl-Platte gut kleiden würde, runden dieses Hörerlebnis ab.

12. Oktober 2007 / Polydor/Universal / www.katenash.co.uk

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One Comment to “Kate Nash: Made Of Bricks”

  1. [...] begeistert sind auch Das Textwerk, monoton.at, Mixtape und der Blog von Neo-Networks.de. Kate Nash Album-Cover von "Made Of [...]

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