Kilians: Kill The Kilians

Aug 17th, 2007 | By | Category: Musik

Vor ein paar Wochen standen an dieser Stelle ein paar hymnische Zeilen über “Fight The Start”, die erste EP der Kilians. Sie endeten mit dem Wunsch nach einem baldigen Longplayer. Et voilá! Hier ist er. Und er erfüllt, was die EP versprochen hat. Musik von fünf Ruhrgebietlern zwischen 19 und 23, die ohne weiteres auch aus England stammen könnten. Oder New York. Oder eben: Egal woher, Hauptsache gut. Dass sie was auf dem Kasten haben, konnten die Burschen schon im Vorprogramm unter anderem von The Cooper Temple Clause live unter Beweis stellen. Und wer da besteht, bei dem kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Tut es auch nicht. Denn wer dachte, nach diesen überzeugenden vier Songs – die unverschämt nach The Strokes geklungen haben, nur irgendwie entspannter waren – ist Schluss mit Material, der irrt. Auf satten 13 Songs beweist hier eine junge Band, dass sie Material genug haben, um über eine volle Dreiviertelstunde intelligenten, treibenden, aus dem Ärmel geschüttelten Indie-Rock zu liefern – ohne dabei zu sehr nach diesem oder jenem zu klingen. Klar kommen sie diversen “The”-Bands gefährlich nahe, aber das macht nix. Reminiszenz ist das Gebot der Stunde: Erstaunlich nur, dass es mittlerweile Bands gibt, die mit Strokes, Libertines oder Dirty Pretty Things aufgewachsen sind – um nun von ihnen beeinflusste Musik zu machen. Ein Album, das rockt. Ein Album, das Spaß macht – und irgendwie cooler klingt, als die Alben der Bands, die zweifellos Pate gestanden haben.

Und dieses Konzept ist so rotzfrech, dass es funktionieren muss. Zu überzeugend die Nonchalance des Quintetts, das sich anhört, als würde es schon Jahrzehnte zusammen rocken. Einfach gut.

7. September 2007 / Grand Hotel Van Cleef/Universal / www.thekilians.de

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